Unterstützte Handschrifterkennung

KI-unterstützte Handschrifterkennung

05. Juni 2026

Mit einer intelligenten IT-Lösung können handschriftliche Dokumente effizient und rasch digitalisiert werden.

Bodenschätzungen in Österreich dienen der Klassifizierung von landwirtschaftlichen Flächen. Diese Bewertungen wurden historisch handschriftlich erfasst und enthalten wichtige Informationen über Bodenarten, Beschaffenheit und Klimadaten. Das aktuelle Bodenschätzungsgesetz sieht vor, dass diese Daten bis Anfang 2028 digital zur Verfügung stehen müssen. Konkret wurden dabei rund 500.000 Seiten eingescannt. Eine manuelle Transkription handschriftlicher Dokumente wäre nicht nur zeitaufwendig, sondern auch sehr fehleranfällig, da gerade historische Dokumente samt speziellen Notationen im Fachjargon eine besondere Herausforderung darstellen. Insbesondere ältere Bestände weisen sehr unterschiedliche und teils schlechte Schriftqualität auf, was die zuverlässige Handschrifterkennung beträchtlich erschwert. 

Erhebliche Aufwandsreduktion

Handschrifterkennung mittels KI ist eine innovative Technologie, die es ermöglicht, handschriftliche Texte effizient und präzise zu digitalisieren. Ziel eines BRZ-Projekts für das Bundesministerium für Finanzen war die Erkennung und automatisierte Digitalisierung der Inhalte von handschriftlich erfassten – im PDF-Format vorliegenden – Bodenschätzbüchern. Durch den innovativen Einsatz von KI können handschriftliche Texte automatisch erkannt und digitalisiert werden. Diese Technologie nutzt fortschrittliche Algorithmen, um Texte zu analysieren und in maschinenlesbare Formate zu konvertieren. Über ein eigens entwickeltes Frontend stehen die transkribierten Inhalte anschließend den Bodenschätzern zur effizienten Validierung, Korrektur und Freigabe zur Verfügung und können anschließend zum Grundbesitzinformationssystem übertragen werden und stehen auch für andere Anwendungsfälle – etwa für Hochwassersimulationen oder zur Raumordnung – zur Verfügung. So wird der manuelle Aufwand erheblich reduziert und Kosten können eingespart werden.

Laufende Optimierung

"Die mit dem BRZ entwickelte KI-gestützte Lösung unterstützt eine fristgerechte, wirtschaftliche und qualitätsgesicherte Überführung der historischen Bestände in den modernen digitalen Datenbestand", zeigt sich Peter Gspan, Projektauftraggeber vom Finanzministerium, überzeugt. Zentrales Element der BRZ-Lösung ist ein fortlaufendes Modell-Tuning, das durch eine kontinuierlich wachsende Menge gelabelter Trainingsdaten sowie angepasste  Trainingsparameter eine stetige Verbesserung der Erkennungsqualität ermöglicht. Die technologische Basis ist die BRZ-PaaSPlattform, auf der die gesamte Verarbeitungspipeline betrieben wird. "Maßgeblich für den Erfolg der umgesetzten Lösung ist die Mitwirkung der Bodenschätzer:innen sowie deren Einbindung von Beginn an", betont Gspan.

Lösung mit großem Potenzial

Die Technologie hat ein großes Potenzial im Bereich der automatisierten Digitalisierung von Handschriften auch außerhalb der Bodenschätzung. Fazit: Die Anwendung von KI zur Handschrifterkennung ermöglicht eine erhebliche Zeitersparnis bei der Transkription. Obwohl eine menschliche Validierung weiterhin erforderlich bleibt, um verbleibende Limitationen zu lösen, trägt die KI maßgeblich dazu bei, den Prozess effizienter und präziser zu gestalten. Potenzielle weitere Anwendungen könnten in der Archivierung historischer handschriftlicher Dokumente von Museen oder Bundesarchiven, der Digitalisierung von Notizen und Formularen in den Ressorts sowie im Bildungswesen und im Gesundheitssektor liegen.