Effizient antworten
05. Juni 2026
Parlamentarische Anfragen können mithilfe von KI rascher beantwortet werden, wobei immer ein Mensch das letzte Wort hat.
Nationalrats- oder Bundesratsabgeordnete haben das Recht, die Geschäftsführung der Bundesregierung zu überprüfen, deren Mitglieder über alle Gegenstände der Vollziehung zu befragen und alle einschlägigen Auskünfte zu verlangen. Dieses Interpellations- oder Fragerecht wird auch als parlamentarische Anfragen bezeichnet. Die Anzahl dieser parlamentarischen Anfragen ist in den letzten Jahren stark gestiegen und bindet bei der Beantwortung erhebliche Ressourcen.
Effizienzsteigerung bei Beantwortung
Die Beantwortung von parlamentarischen Anfragen kann durch den Einsatz von KI effizienter gestaltet werden. Die KI kann etwa bei der Konsolidierung, der Zusammenführung und der Formatierung von Stellungnahmen verschiedenster Abteilungen eines Ressorts unterstützen. Außerdem ermöglicht sie die schnelle Recherche in bereits beantworteten, historischen parlamentarischen Anfragen. Diese Recherche unterstützt dann die Beantwortung der Anfrage mit dem Durchsuchen relevanter Dokumente sowie dem automatisierten Auslesen von gescannten früheren parlamentarischen Anfragen, wie sie etwa auf der Website des Parlaments archiviert zu finden sind.
In der Praxis rascher und simpler Einsatz
"Konkret funktioniert das so: Nach Upload der parlamentarischen Anfrage als PDF werden die Fragen ausgelesen und auf Basis der bereitgestellten Dokumente mittels KI beantwortet. Für die Optimierung und Qualitätssicherung werden parallel zum Draft einer möglichen Antwort auch je Frage die zugrunde liegenden Quellen inklusive etwaiger Zitate ausgegeben", erklärt Andreas Trost, Teamlead Solution Management Artificial Intelligence & Data Analytics im BRZ. "Der Draft kann anschließend in Word exportiert und dort finalisiert werden. Die passende Output-Form in Word ist im System hinterlegt und wird automatisch berücksichtigt.“ Trost betont: "Der Mensch behält dabei immer das letzte Wort. 'Human in the loop' ist dabei stets das zentrale Prinzip."
Digitale Souveränität im Vordergrund
Der Nutzen von KI bei der Beantwortung parlamentarischer Anfragen wurde vom BRZ in Kooperation mit dem Bundesministerium für Wohnen, Kunst, Kultur, Medien und Sport im Rahmen eines Proof of Concept nachgewiesen. Dieser Proof of Concept wird nun praxistauglich weiterentwickelt. Das Ergebnis soll in der zweiten Hälfte des Jahres für alle Mitarbeiter:innen der Bundesverwaltung, die mit der Beantwortung solcher Anfragen betraut sind, als Anwendung produktiv gesetzt werden. Als technische Basis dient dabei die leistungsfähige und skalierbare KI-Infrastruktur des BRZ, die on premises als Large Language Model as a Service (LLMaaS) allen BRZ-Kunden zur Verfügung steht. Zur Stärkung der digitalen Souveränität befinden sich alle verwendeten Komponenten und Datenbanken im Rechenzentrum des BRZ und auch die Daten sind dort verschlüsselt abgelegt.
Lisa Starkmann, AI Consultant im BRZ
KI sorgt dafür, dass die Beantwortung von parlamentarischen Anfragen effizient erfolgt. Die Entscheidungshoheit bleibt aber immer beim Menschen.
