10 Jahre ELGA

ELGA: 10 Jahre, 10 Schlaglichter

12. Juni 2026

Die Elektronische Gesundheitsakte wird seit zehn Jahren sicher im BRZ betrieben. In dieser Zeit hat sich viel getan.

Ende 2015 startete im BRZ der formale Betrieb von ELGA. Das war ein Meilenstein für die Digitalisierung des österreichischen Gesundheitswesens. Zehn Jahre später blicken wir in 10 Schlaglichtern auf eine Dekade zurück, die geprägt war von technischem Fortschritt und einer beispiellosen Weiterentwicklung hin zu einer zentralen Infrastruktur im heimischen Gesundheitswesen. 

 

Was ist ELGA?

Die Elektronische Gesundheitsakte, kurz ELGA, ist ein Informationssystem, das Gesundheitsdaten digital vernetzt und diese für alle berechtigten Gesundheitsdiensteanbieter – von Ärztinnen und Ärzten über Apotheken bis zu Pflegeeinrichtungen – zugänglich macht. ELGA verbessert die Zusammenarbeit zwischen medizinischen Einrichtungen, stärkt die Patientensicherheit und ermöglicht in Österreich lebenden Personen einen unkomplizierten Überblick über ihre eigenen Gesundheitsdaten.

 

Gesetzliche Grundlagen

Der Rechtsrahmen für ELGA wurde mit dem Gesundheitstelematikgesetz 2012 geschaffen. Es definierte die technische Architektur, die Daten, die Speicherverpflichtungen und die Verantwortlichkeiten für den Betrieb. Konkretisiert wurde es durch die ELGA-Verordnung 2015, die die Umsetzung, den Betrieb, die Wartung  und Weiterentwicklung regelt und das BRZals Betreiber des Berechtigungssystems und des Gesundheitsdiensteanbieterindex festlegt. 

 

Vom Projekt zum Betrieb 

Bereits 2014 begann im BRZ der intensive technische Aufbau der zukünftigen ELGA-Infrastruktur. 2015 entstand ein eigenes ELGA-Team im BRZ, das die Umgebungen bereitstellte – von Testinstanzen über Integrationsstufen bis hin zu produktiven Systemen. Ende des Jahres ging ELGA in den ersten beiden Regionen Wien und  Steiermark mit der Kernanwendung eBefunde live. 2016 wurden die Roll-outs für nahezu alle übrigen ELGA-Bereiche, also die restlichen Bundesländer sowie private Betreiber, abgeschlossen.

 

Neue Anwendungen, steigender Nutzen

Zwischen 2017 und 2020 erfolgte die schrittweise Etablierung der Services eBefund, eMedikation und eImpfpass. Mit Ende 2015 waren die eBefunde flächendeckend in öffentlichen Krankenanstalten ausgebaut, seit 2019 sind diese auch für Labore und Radiologieinstitute verpflichtend. Die flächendeckende Einführung von eMedikation im niedergelassenen Bereich wurde 2019 abgeschlossen. Sie gilt als einer der wichtigsten Schritte zur Vermeidung von
Wechselwirkungen. 2020 wurde der eImpfpass pilotiert. Dieser war für die COVID-19-Pandemiebekämpfung essenziell und ist heute bundesweit etabliert.


Weiterentwicklung der Infrastruktur

Die Jahre 2021 bis 2024 standen ganz im Zeichen von Skalierung, Stabilität und technologischer Erneuerung. Bedeutend waren dabei die Datenbankmigration von Oracle zu PostgreSQL, der Umstieg auf Shared Infrastructure mit BRZ PaaS im Hintergrund, die Neuentwicklung des Anbindungsgateways sowie die Etablierung von DICOMweb für einen modernen Bilddatenaustausch. Mit diesen Maßnahmen stärkte das BRZ das technologische Fundament von ELGA.

 

Wie geht es mit ELGA weiter? 

Was als weitgehend monolithische, hardwarezentrierte Infrastruktur mit klassischen Bandrobotern als zentrales Backup- und Archivsystem begann, hat sich zu einer hochgradig modularen, skalierbaren und Container-basierten Plattform entwickelt. Dieser Wandel bildet das Fundament für zukünftige Innovationsprojekte, höhere Servicequalität und effizientere Betriebsprozesse. Die wesentliche Basis für die weitere Digitalisierung von Gesundheit und Pflege  ist die eHealth Strategie Österreich 2024–2030.

 

Geplante Vorhaben

Noch heuer erfolgt die Anbindung der Wahlärztinnen und -ärzte an die eMedikation, der stationären und mobilen Pflegedienste an die eBefunde sowie der Gesundheitsberatung 1450 und der Rettungsdienste an ELGA generell. Auch der elektronische Eltern-Kind-Pass steht 2026 an. In den kommenden Jahren werden Labore mit Laborbefunden und Radiologieinstitute mit Befunden der bildgebenden Diagnostik angebunden, die schulärztliche Dokumentation
sowie ein Austausch medizinischer Daten im europäischen Raum ermöglicht und ePatientenverfügungen in ELGA eingebunden.

 

Die Realität hinter den Zahlen

Der Alltag in Arztpraxen und Krankenhäusern folgt einem erstaunlich stabilen Rhythmus. Besonders auffällig ist, dass viele Patientinnen und Patienten medizinische Einrichtungen bevorzugt am Vormittag oder direkt nach dem Mittagessen aufsuchen. Dieser Tagesverlauf ist  nicht nur in Wartezimmern sichtbar – er spiegelt sich ebenso deutlich in der Transaktionsstatistik digitaler Gesundheitsdienste wider. 

 

Moderne Technologien für ELGA

Um Lastspitzen zuverlässig zu bewältigen, setzt die ELGA-Infrastruktur auf moderne, skalierbare Architekturen im BRZ. Diese Struktur zeigt ihre Stärken vor allem zu Stoßzeiten, wenn eine hohe Parallelität bei Berechtigungsabfragen vorliegt und schnelle Antwortzeiten auch bei starken Spitzenlasten gefragt sind. Ermöglicht wird das durch die dynamische Skalierbarkeit der BRZ-Container-Plattform bei gleichbleibender Stabilität und Ausfallsicherheit. So trägt  das System maßgeblich dazu bei, dass medizinische Einrichtungen reibungslos arbeiten können, auch wenn viele Patientinnen und Patienten gleichzeitig versorgt werden. 

 

Eine Erfolgsgeschichte

ELGA wurde innerhalb von 10 Jahren zu einer der tragenden Säulen des österreichischen Gesundheitswesens. ELGA verbindet heute Millionen Gesundheitsdokumente, Impf- und Bilddaten sowie Medikationsinformationen. Kontinuierliche Weiterentwicklung und der Einsatz neuester Technologien sorgen dafür, dass ELGA auch noch in 10 Jahren eine Schlüsselrolle für die Digitalisierung von Gesundheit einnehmen wird. Das zentrale ELGA-Berechtigungssystem kann dank moderner IT-Architektur des BRZ auch zu Spitzenzeiten verlässlich performen und damit den Versorgungsalltag in Österreich entscheidend unterstützen.

 

Korinna Schumann, Gesundheits- und Sozialministerin

ELGA ist heute eine der tragenden Säulen des österreichischen Gesundheitswesens. Millionen Gesundheitsdokumente, Impfdaten sowie Medikationsinformationen sind damit sicher, standardisiert abrufbar. Das BRZ leistet dazu seit zehn Jahren einen zentralen Beitrag.