JEDI und EUFORA: Neue Services für Justiz 3.0.
06. Oktober 2026
EUFORA & JEDI sind zwei neue Services, die mit Justiz 3.0 gemeinsam für die Umsetzung der Digitalisierungsverordnung nötig sind.
Die Digitalisierungsverordnung verpflichtet die Europäische Kommission dazu, eine sogenannte „Referenzimplementierungs-Software“ für die elektronische Kommunikation zu entwickeln und den Mitgliedstaaten anzubieten. Als Stand-alone-Anwendung gehen dabei allerdings viele Vorteile einer integrierenden Digitalisierung von Prozessen verloren. „Das Bundesministerium für Justiz hat sich daher stattdessen für eine Eigenentwicklung durch das BRZ entschieden, zumal die meisten dafür notwendigen Komponenten durch Justiz 3.0 und Verfahrensanwendungen bereits vorhanden sind und nur minimale Adaptierungen benötigen“, erläutert Mag. Mathias Maurer, MSc, Solution Manager im BRZ.
Zwei neue Komponenten: JEDI und EUFORA
Die modulare Architektur sieht lediglich zwei neue Komponenten vor. Eine davon ist JEDI, kurz für Justiz EU Digitalisierungsintegration, eine Kommunikationsplattform, die die Verbindung der nationalen Anwendungen mit dem europäischen Kommunikationssystem e-CODEX gewährleistet. Die zweite nennt sich EUFORA, was für Europäische Formular Anwendung steht. Diese unterstützt die Anwender:innen bei der Erstellung der gesetzlichen Formulare, der elektronischen Adressierung der europäischen Justizbehörden sowie bei der Erstellung der elektronischen Nachrichtenformate gemäß dem europäischen Standard. Die Formulare können dabei in allen 24 Sprachen der EU erstellt werden.
Wo sind EUFORA und JEDI erfolgreich im Einsatz?
In den nächsten Jahren müssen bis zu 30 europäische Justizverfahren digitalisiert werden. Der modulare Aufbau der Architektur und klare Schnittstellen gewährleisten die einfache Skalierbarkeit der Anwendungsfälle. „Durch die Eigenentwicklung können wir die gewohnten digitalen Abläufe von Justiz 3.0 auch für die europäischen Verfahren einsetzen. Der Umstellungsaufwand für die Anwender:innen ist daher minimal“, so Maurer. „EUFORA und JEDI sind bereits heute für zwei europäische Justizverfahren im Einsatz. Täglich werden bis zu 100 elektronische Nachrichten über die österreichischen Grenzen hinweg versendet und empfangen.“
