„Datenschutz als Chance wahrnehmen"
Interview mit Dr.in Hannelore Schmidt, der neuen Leiterin des Teams Legal im BRZ .
21. Jänner 2026
Christian Wadl, Bereichsleiter Projects & Engineering im Interview über aktuelle Herausforderungen und KI in der Software-Entwicklung.
Im BRZ arbeiten über 500 interne Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in diesem Bereich. Wir managen zahlreiche Programme und Projekte inkl. den unterstützenden Projektoffice-Leistungen. In unseren zwei Development-Abteilungen mit jeweils über 100 Entwicklerinnen und Entwicklern erfolgt in intensiver Zusammenarbeit mit dem Kunden und unserer Abteilung Quality & Testing die Programmierung und der Support von Kundenlösungen. Eine Abteilung beschäftigt sich mit Digital Government Solutions und SAP, dazu gehören die Entwicklungen für die Haushalts- und Personalverrechnung des Bundes und Managementinformationssysteme. Zentrale Services zum Qualitäts- und Ressourcenmanagement ergänzen unser Leistungsportfolio.
Wir sind stark mit dem Solution Management vernetzt, die unsere internen Auftraggeber sind und arbeiten aktiv mit dem Bereich Operations zu Deployments und Betriebsthemen zusammen. Auch mit dem Business Partner Management gibt es eine intensive Zusammenarbeit, um Angebote für unsere Kunden bereitzustellen. Intern setzen wir in Zusammenarbeit mit Human Resources auf eine umfangreiche Weiterentwicklung und Laufbahnplanung, um den Kolleginnen und Kollegen im Haus interessante Entwicklungsmöglichkeiten anbieten zu können.
Wir decken ein großes Leistungsspektrum ab und können daher unterschiedlichste Aufgaben und Rollen anbieten – von der Projektsteuerung über die effiziente Ausprägung und Nutzung moderner Standardprodukte bis hin zur Entwicklung und Qualitätssicherung spezifischer Kundenlösungen. Spannend ist aus meiner Sicht auch die Möglichkeit, nicht nur Bestehendes weiterzuentwickeln, sondern auch neue Technologien einsetzen zu können und digitale Services aufzubauen – etwa im Bereich der ID Austria, oder im Rahmen der großen E-Government-Portale wie etwa dem Unternehmensserviceportal.
Software entsteht nicht mehr in Monolithen, sondern in kleineren, flexiblen Bausteinen, die eine plattformunabhängige und sehr gut skalierbare Einsatzmöglichkeit schaffen – im Fachjargon sprechen wir von Microservices, Containerisierung, Plattformservices. Die Nutzungsmöglichkeiten von Open Source-Produkten und Cloud-Funktionalitäten haben sich generell stark erweitert. Auch SecDevOps, also die Verbindung von Software-Entwicklung mit Operations- und Security Themen ist sehr relevant – Entwicklung, Qualitätssicherung, Betrieb und Sicherheit arbeiten hier eng zusammen und Code-Prüfungen bzw. Sicherheitschecks laufen über standardisierte, automatisierte Prozesse bzw. „Pipelines“. Und natürlich ergeben sich durch die Entwicklungen im Rahmen der künstlichen Intelligenz umfangreiche Nutzungsmöglichkeiten und Einsatzgebiete für unser Leistungsangebot.
Ein Großteil unserer Software-Entwicklungsprojekte wird mittlerweile agil abgewickelt und wir arbeiten hier mit Markt-Standards, also typischerweise nach dem Scrum oder SAFe-Modell. Diese agilen Vorgehensmodelle ermöglichen es dem Kunden, hinsichtlich der umzusetzenden Anforderungen und deren Priorisierung sehr flexibel vorzugehen und eine rasche „time to market“ zu erreichen. Der vertrauensvollen Zusammenarbeit zwischen dem Kunden und der BRZ kommt hier große Bedeutung zu.
Ein agiles Vorgehensmodell kann sehr gut skaliert werden und benötigt grundsätzlich keine Abwicklung in Form eines „klassischen“ Projektes. Wenn Entwicklungsvorhaben umfangreicher und komplexer sind, mehrere Umsetzungsteams koordiniert bzw. eingesetzt werden, es größere Risiken gibt oder viele Stakeholder und Zulieferleistungen gemanagt werden müssen – dann macht es Sinn, übergreifend eine Koordination und Steuerung zu implementieren. Dadurch erreicht man ein professionelles Management der angeführten Herausforderungen und nutzt gleichzeitig die Vorteile der Agilität in der Software-Entwicklung.
Das Thema KI wird die Zukunft bestimmen und ist gekommen, um zu bleiben. Neben der sukzessiven Anreicherung gängiger Marktprodukte mit KI-Funktionalitäten wird KI gestütztes Requirements-Engineering, sowie KI gestützte Software-Entwicklung, Dokumentation, Testgenerierung und -automatisierung aus meiner Sicht zum Standard werden. Auch die Bereitstellung einer KI-Plattform mit Interfaces und der Einsatz entsprechender KI-Tools durch das BRZ trägt dem Rechnung und wir können KI-Funktionalitäten für unsere Kunden optimal nutzen und einsetzen.
Neben häufig genutzten Möglichkeiten zu Recherchen, der strukturierten Analyse und Aufbereitung von Informationen etc. werden KI-Tools beispielsweise durch Vorschläge zu Anforderungsdokumentationen oder Testfällen, aber auch zur Entlastung von Routineaufgaben in der SW-Entwicklung wie z. B. durch Codierung von automatischen Tests oder Code-Vervollständigungen eine wesentliche Unterstützung bieten können. Auch hinsichtlich der Nutzung von KI achten wir selbstverständlich auf unsere sehr hohen Standards hinsichtlich Qualität, Sicherheit und Datenschutz. Ein sinnvoller Einsatz und eine entsprechende Qualitätssicherung der Ergebnisse – Stichwort „Halluzinationen“ – durch professionelles Personal sind dabei aber unerlässlich. Die KI-Plattform für unsere Kunden wird eine on premise-Nutzung bieten und damit die Möglichkeit, KI-Technologie in einer gesicherten und im BRZ betriebenen Umgebung einzusetzen.