"Mobiler Vollzug"-Applikation
10. Juni 2026
Die Applikation Mobiler Vollzug trägt dazu bei, die Arbeit der Gerichtsvollzieher:innen zu erleichtern.
Gerichtsvollzieher:innen setzen im Auftrag der Bezirksgerichte gerichtlich festgestellte Forderungen durch. Zu den Hauptaufgaben zählen die Pfändung und Versteigerung beweglicher Gegenstände, die Zwangsräumung von Wohnungen, die Zustellung von Dokumenten, die Durchführung von Vermögensauskünften sowie das Entgegennehmen von Zahlungen. Die Applikation Mobiler Vollzug – kurz MoVo – unterstützt die Gerichtsvollzieher:innen bei der Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung von Vollzugsaufträgen. Zuvor hatten sie kaum IT-Unterstützung, alle Aufzeichnungen vor allem im Außendienst erfolgten ausschließlich auf Papier.
Agile App-Entwicklung
Bei der sehr agilen Entwicklung der MoVo-App durch das BRZ mit Scrum und Design Thinking wurde darauf geachtet, die österreichweit unterschiedlichen Arbeitsweisen von Gerichtsvollzieher:innen zu berücksichtigen. "Ziel unseres Aufraggebers, des Justizministeriums, war es, möglichst rasch eine nutzbare Lösung zur Verfügung zu haben und diese laufend zu erweitern", erklärt Renate Figl, Solution-Verantwortliche im BRZ. "Unsere größte Herausforderung war, zu verstehen, was Gerichtsvollzieher:innen im Arbeitsalltag tatsächlich brauchen. Also haben wir schnell eine erste, funktionsfähige Version mit minimal notwendigem Funktionsumfang entwickelt." Gestartet wurde mit rund 15 friendly Nutzer:innen, dank Feedback konnten der User-Kreis und die Funktionen der App stetigausgeweitet werden.
Klare Kommunikation
Die Umsetzung und laufende Weiterentwicklung erfolgte und erfolgt mit agilen Methoden. "Maßgebliche Erfolgsfaktoren für die Umsetzung des Projekts waren die hohe Reaktionsgeschwindigkeit des BRZ-Teams auf neue Anforderungen, die offene und klare Kommunikation aller Beteiligten sowie die Bereitschaft, neue Wege zu erproben und innovative Lösungen konsequent umzusetzen", ist sich Lukas Hoffelner, Senior Project Manager im BMJ, sicher.
Massive Effizienzsteigerung
Der Arbeitsalltag der Gerichtsvollzieher:innen hat sich durch den Mobilen Vollzug, einer schlanken, mobilen App, enorm verbessert. Die optimierte Datenqualität durch einen durchgängig digitalen Arbeitsprozess führte zu einer massiven Effizienzsteigerung. In der Vorbereitungsphase stehen kompakte Übersichtslisten aller zugewiesenen Aktenzeichen durch eine neue verpflichteten-zentrierte Ansicht zur Verfügung. Details zu verpflichteten Parteien können unkompliziert eingesehen werden. Der Außendienst kann mithilfe individuell gestaltbarer Kategorien strukturiert werden.
Größtmögliche Flexibilität
Es gibt eine direkte Anbindung an die zentrale Kfz-Zulassungsevidenz, das Zentrale Melderegister oder das Zentrale Waffenregister. Auch der Ausdruck von Belegen erfolgt einfach mittels eines via Bluetooth verbundenen mobilen Druckers. Auch in der Nachbereitungsphase wurde die Datenqualität durch automatische Übernahme von Vollzugsergebnissen in die Vollzugsberichte erhöht. Zu guter Letzt wird jetzt auch die Höhe der zustehenden Vergütung für Gerichtsvollzieher:innen automatisch berechnet. Dank manueller Eingriffsrechte bietet die MoVo-App den Nutzer:innen dennoch die größtmögliche Flexibilität.
