Landkarte von Europa und die EU-Flagge

EU-Projekt mit jeder Menge Potenzial

14. Jänner 2026

Das europäische Large Scale-Pilot-Projekt Potential trägt maßgeblich zur Vorarbeit auf dem Weg zu einem EU-Wallet bei.

Interoperabilität. Im Rahmen des EU-Projekts Potential, das bis September letzten Jahres lief, wurde eine Vielzahl von Use Cases im Bereich des "Europäischen Digitalen Identitäts-Wallets" von Organisationen aus insgesamt neunzehn europäischen Staaten umgesetzt. Die Erkenntnisse daraus unterstützen den Aufbau eines digitalen Binnenmarkts in Europa. Potential war eines von insgesamt vier Large-Scale-Pilot-Projekten in Europa, die die Interoperabilität von EU-Wallets testeten. EU-Wallets sind gemäß eIDAS-Verordnung sichere digitale Brieftaschen, die es Bürgerinnen und Bürgern ermöglichen, sich digital auszuweisen und elektronische Bescheinigungen zu verwalten. Bis Ende 2026 sollen alle EU-Mitgliedsstaaten eine oder mehrere solcher EU-Wallets anbieten.

Zusammenarbeit auf mehreren Ebenen

"Eine zentrale Rolle spielen dabei bescheinigte Attribute, sogenannte Electronic Attestations of Attributes, von österreichischer Seite wurden in Potential gleich mehrere erfolgreich pilotiert", erklärt Carl-Markus Piswanger, Solution Manager im BRZ. Dazu zählen u. a. die nach einem eigenen Prozess ausgestellte "Personenidentität" (PID) und die beiden Attestations für Powers of Representation und Company Registration. In enger Zusammenarbeit von Bundeskanzleramt, BRZ sowie der A-SIT und der A-SIT Plus GmbH wurde die Nutzung eines österreichischen Referenz-Wallets sowie eine Test-Identität der natürlichen Person von der ID Austria verwendet. Im Bereich der Unternehmensdaten wurden Echtdaten verarbeitet, und zwar sowohl aus dem Wallet wie auch als additiver Nachweis aus dem Once Only Technical System der Single Digital Gateway Verordnung. "Wir haben so nicht nur die Nutzung des EU-Wallets für natürliche Personen getestet, sondern auch dessen Einsatz im Wirtschaftsbereich durch Vertretungsnachweise", freut sich Georg Nesslinger, Leiter der Abteilung E-Government Unternehmen im Bundeskanzleramt.

Interoperabilität in ganz Europa

Österreich arbeitete im Pilot-Projekt auf multinationaler Ebene eng mit Deutschland, Niederlande, Polen, Portugal und Slowenien zusammen. Ein zentrales Element dabei war der Einbezug von
Anwendungs-Tester:innen, die mit dem Referenz-Wallet die Prozesse bei ausländischen vertrauenden Beteiligten, sogenannte Relying Parties, sowie den Once Only-Prozess über das Once Only
Technical System durchspielten. Das BRZ stellte für die Tester:innen das Umfeld und den technischen Zugang bereit. "Essenziell war, dass auch beim Once Only-Prozess die Verwendung des EU-Wallets zur Authentisierung verwendet wurde, also eine Synergie der zwei Welten nachgewiesen werden konnte", so Nesslinger. "Mit diesem, für uns technisch sehr erfolgreichen Pilot-Projekt, konnten wir durch die Verwendung bereits bestehender Komponenten, die europäische Interoperabilität testen und wichtige Erfahrungen im Umgang mit EU-Wallets sammeln", ergänzt Piswanger.