govcamp 2019

govcamp vienna 2019: Digitaler Raum – frei und sicher?

29. November 2019

Bereits zum 10. Mal diskutieren Vertreter/innen aus Verwaltung, Wissenschaft und NGOs sowie Bürger/innen über die Zukunft der Verwaltung.

Unter dem Motto "Digitaler Raum – frei und sicher?" veranstalteten die Stadt Wien, das Bundesrechenzentrum, die Donau-Universität Krems und der Chaos Computer Club am 29. November gemeinsam das zehnte govcamp vienna. Interessierte aus der Zivilgesellschaft sowie Vertreter/innen aus Verwaltung, Politik, Wissenschaft und Wirtschaft nahmen am offenen Barcamp-Diskussionsformat teil. Diesjähriger Host der Veranstaltung war das Bundesministerium für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort.

Vielfältige Blicke auf Freiheit und Sicherheit

In mehreren Sessions beleuchteten rund 70 Teilnehmer/innen auf verschiedene Weise die Aspekte Freiheit und Sicherheit der Digitalisierung in der Verwaltung. In der Session "Open Data Wunschkonzert" wurden Ideen und Anregungen für die Erweiterung des Open Data-Portals data.gv.at gesammelt. "Chancen freier Software-Lösungen" beschäftigte sich mit dem Einsatz offener Software im öffentlichen Bereich. Gefährdet der "Bundestrojaner" Sicherheit und Freiheit? Auch dieser Frage ging eine der offen gestalteten Barcamp-Sessions nach.

"Partizipative Prozesse sind der Motor für die Weiterentwicklung digitaler Angebote, deshalb sind wir stolz auf das zehnjährige Bestehen des govcamp vienna. Wien soll zur Digitalisierungshauptstadt Europas werden, der Mensch dabei immer im Mittelpunkt bleiben. Der sichere Einsatz von Künstlicher Intelligenz, freie und individuelle Entfaltung durch digitale Wissensvermittlung oder die Auswirkungen der Digitalisierung auf die Arbeitswelt sind wichtige Zukunftsthemen für die Stadt Wien und unsere Gesellschaft", so Wiens Digitalisierungs-Stadtrat Peter Hanke.

Chancen und Risiken bei der Digitalisierung der öffentlichen Verwaltung

Als Marktführer im Bereich Digitalisierung im öffentlichen Sektor unterstützte das BRZ auch heuer wieder die gesamte Veranstaltung und leitete die Session zum Thema "Anonymisierung persönlicher Daten für die Nutzung in Zusammenhang mit Künstlicher Intelligenz".

"Digitale Verwaltung ist in Österreich angekommen. Auf internationaler Ebene ist Österreich Vorreiter bei vielen Technologien, etwa bei der elektronischen Zustellung. Durch Partizipation der Benutzer/innen können wir vorhandene Hürden und Ressentiments abbauen und unsere Anwendungen weiter verbessern. Sicherheit, gute Usability und mobile Anwendung sind die wesentlichen Faktoren, wenn es darum geht, mit eGovernment-Anwendungen das Alltagsleben der Bürger/innen in Österreich zu vereinfachen", so Markus Kaiser (BRZ-Geschäftsführer).

Peter Parycek (Universitätsprofessor für E-Governance, Donau-Universität Krems) betont die Notwendigkeit des gebietskörperschaftenübergreifenden und transdisziplinären Austauschs in Angelegenheiten des E-Governments: "In den Bereichen Transparenz, Partizipation und Kollaboration als Eckpfeiler des Open Government kann die öffentliche Verwaltung einige Erfolge verzeichnen. Diese Bestrebungen gilt es bei allen Optimierungen von Verwaltungsservices mitzudenken und stetig auszubauen. Plattformen wie das govcamp vienna begünstigen das Entstehen gebietskörperschaftenübergreifender Projekte und Initiativen und befeuern den Diskurs zwischen der öffentlichen Verwaltung, der Wissenschaft und den Bürgerinnen und Bürgern."

Herbert Waloschek (C3W – Chaos Computer Club Wien): "Wünschenswerte und allgemein akzeptierte Lösungen können nur im Dialog zustande kommen. Nur so finden sich auch nicht offensichtliche Anforderungen und nur so werden aus Betroffenen Involvierte. Dadurch können die individuellen Vorstellungen des Einzelnen berücksichtigt und Anforderungen wie Datensparsamkeit, Transparenz und Schutz der auch digitalen Privatsphäre auf den konkreten Anwendungsfall besser zugeschnitten werden. Digitalisierung trifft die gesamte Bevölkerung und verändert unser aller Zusammenleben. Deshalb unterstützt der Chaos Computer Club Wien (C3W) die offene Diskussion auf Augenhöhe, wie sie das govcamp ermöglicht."

Wie funktioniert ein Barcamp?

Im Unterschied zu einer Konferenz gibt es kein im Vorhinein feststehendes Programm. Die Agenda entsteht am Veranstaltungstag durch die Themen, welche die Teilnehmenden selbst einbringen. Wie die 45-minütigen Sessions gestaltet werden, obliegt den Themeneinbringenden. Es muss einzig ausreichend Zeit für Diskurs in der Session geben, beispielsweise über ein Brainstorming, Feedback-Runden oder Diskussion.