Künstliche Intelligenz goes Verwaltung

25. Juli 2019

Die Steuerung über die natürliche Sprache ist nicht nur ein innovativer Lösungsansatz, sondern baut auch psychologische und auch faktische Hürden ab.

Die natürliche Sprache ist noch immer der gebräuchlichste Weg, Informationen zu übermitteln – und gleichzeitig unterstützt sie die Barrierefreiheit. Mit einem Roboter mit abgehackten Sprachfetzen will aber kein/e Bürger/in im Verwaltungskontext oder in verschiedenen relevanten Lebenslagen kommunizieren. Die neuesten Sprachassistenten sind aber schon erstaunlich intelligent – und liefern das auch in sehr brauchbarer Sprachqualität an die/den Fragesteller/in.

Bürgerinnen- und bürgernah durch Innovation

Die Steuerung über die natürliche Sprache ist nicht nur ein innovativer Lösungsansatz, sondern baut auch psychologische und auch faktische Hürden ab. Darüber hinaus kann der Assistent aus Verwaltungssicht sowohl Service für die Bürger/innen als auch eine Entlastung der Mitarbeiter/innen bedeuten. Eine elektronische Sprachassistentin wurde erstmals bei einer Behörde in Oberösterreich als Unterstützung im Bürgerservice eingesetzt (Marktgemeinde Kremsmünster) – ein spannendes Projekt, um die Verwaltungsleistungen einfacher an die Bürger/innen zu vermitteln und langfristig die oft unverständliche, rechtlich überladene Sprache der Verwaltung für die Bürger/innen zu vereinfachen.

Flexibel einsetzbar - Ihr digitaler Helfer

Die Kommunikation über die öffentliche Verwaltung muss dabei nicht zwingend über ein eigenes Gerät erfolgen (wie ein komplex zu bedienendes oder gar nicht vorhandenes Smartphone). Der digitale Assistent könnte etwa in einem Altenheim in einer Art Telefonhäuschen zur Verfügung stehen und Amtsgeschäfte für die Seniorinnen und Senioren abwickeln bzw. zumindest initiieren. Zudem ist es mit künstlicher Intelligenz möglich, dass auch die Stimme selbst erkannt wird und so die Nutzung von sprachgesteuerten Assistenten für unterschiedliche Personen individuell gestaltbar ist. Letztlich können ganze Prozessfolgen abgebildet werden. So kann beispielsweise als ganzheitliches Mobilitätsangebot eines Bundeslandes oder einer Region in Österreich eine gesamte Reiseplanung inklusive Buchung des Hotels, Mietautos und weiterem (z. B. Ticket für die Bergbahn, Skipass) mit dem digitalen Helfer erfolgen.

Digitalisierung und künstliche Intelligenz im Alltag

In einem Innovationsworkshop des BRZ im Frühjahr wurden zusammen mit der IÖB verschiedene Anwendungsszenarien aufgezeigt und deren Praktikabilität beleuchtet. Dabei sind eine Reihe von technischen Herausforderungen wie Authentifizierung der User, Integration mit Backend-Systemen sowie DSGVO-konforme Verarbeitung zu adressieren. Nichtsdestotrotz - der Sprachassistent überwindet sprachliche und gedankliche Barrieren. So kommen die Digitalisierung und die künstliche Intelligenz mit einem echten Nutzen im Alltagsleben an.