Individualanwendungen

Mag. Gernot Silvestri, Bereichsleiter Individualanwendungen Mag. Gernot Silvestri, Bereichsleiter Individualanwendungen

Aufgabe des Bereichs Individualanwendungen ist Entwicklung, Betrieb und Weiterentwicklung von individuellen IT-Lösungen für die österreichische Bundesverwaltung. Um die Anforderungen unserer Kunden in Projekten effizient zu erfüllen, werden standardisierte Komponenten intelligent integriert. Optimierte und automatisierte Betriebsprozesse ermöglichen uns auch hochverfügbare Services anzubieten. Individuelle IT-Lösungen beginnen dort, wo Standardsoftwareprodukte nicht effizient an die Anforderungen der Kunden anpassbar sind.  

Aufgaben, Best Practices und Expertise 

Die Basis für die Leistungserbringung des Bereichs Individualanwendungen sind:

  • die genaue Kenntnis der Geschäftsprozesse, die durch IT-Verfahren unterstützt werden
  • die langjährige Erfahrung in der Verknüpfung sowohl bewährter als auch moderner Technologien und Architekturen zur Schaffung neuer IT-Lösungen

Auf dieser Basis werden nicht nur die großen E-Government-Anwendungen der österreichischen Bundesverwaltung, wie z. B. „FinanzOnline“, „Verfahrensautomation Justiz“ und „Schulbuch Online“, sondern auch eine Vielzahl von kleineren IT-Verfahren, welche in nahezu allen Lebensbereichen der Staatsbürger/innen und der öffentlichen Verwaltung eine wichtige Rolle spielen (Steuern und Zoll, Pass/Führerschein/Identitätspapiere, Schule, Zuschüsse, Beihilfen, Renten, Arbeitslosenversicherung, Firmenbuch, Strafvollzug u.v.m.) betrieben und weiterentwickelt.

Der Bereich Individualanwendungen tritt aber nicht nur als Full-Service-Provider auf, auch reine Entwicklungsprojekte gehören zum Leistungsportfolio.

Mit den Individualanwendungen kann das BRZ der Aufgabe nachkommen seine Kunden darin zu unterstützen sowohl den Bürger/innen einfachen, schnellen und ortsunabhängigen Zugang zu Leistungen der öffentlichen Verwaltung zu verschaffen, als auch Prozesse innerhalb bzw. zwischen öffentlichen Institutionen zu verbessern. Dies ist einer der größten Hebel um Einsparungen in der Verwaltung zu erzielen.

Referenzen

Projekt E-Finanz Steuer und Zoll (E-Finanz SZ) – BMF

Im Auftrag des Bundesministeriums für Finanzen konnte im Jänner 2011 der erste Release zum Redesign der IT-Verfahren der Steuer- und Zollverwaltung in Produktion übergeben werden. In der gerade in Entwicklung befindlichen Release 2 entsteht eine gemeinsame Grunddatenverwaltung der Steuer- und Zollanwendungen, zwei Fachverfahren (Arbeitnehmerveranlagung und zollrechtliche Bewilligungen) und neun übergreifende Verbundkomponenten. Erste Produktivsetzungen erfolgten im Herbst 2012, das Programmende wird Mitte des Jahres 2015 erwartet.

Transparenzdatenbank – BMF

Im Auftrag des Bundesministeriums für Finanzen ergibt sich für die Bürger/innen nach Umsetzung der Transparenzdatenbank neben der Darstellung des jeweiligen Brutto- und Nettoeinkommens der Vorteil einer kostenlosen Übersicht über alle erhaltenen Geldleistungen der öffentlichen Hand. Der Bundesverwaltung wird mithilfe der Transparenzdatenbank ermöglicht, anonymisierte und aggregierte Daten für planerische und steuernde Zwecke einzusetzen.

Automatenglücksspiel – BMF

Im Rahmen der Novelle 2010 zum Glücksspielgesetz wurde das BRZ vom Bundesministerium für Finanzen mit der Realisierung eines zentralen Kontrollsystems für das Automatenglücksspiel beauftragt. Im Zentrum steht das zentrale Kontrollsystem, in das seit August 2013 sämtliche glücksspielrelevante Daten, wie z. B. Spieldaten und Zählerstände direkt vom Glücksspielautomaten unter Einsatz von Verschlüsselung und Signatur gesichert übertragen werden. Die Lösung vereint hohe Manipulationssicherheit mit möglichst klaren und einfachen Vorgaben an die Bewilligungsinhaber und setzt bei der Umsetzung auf internationale Standards. 

Zentrales Waffenregister (ZWR Neu) – BMI

Einer neuen Richtlinie des Europäischen Parlaments und der Waffengesetznovelle 2010 folgend setzt das BRZ im Auftrag des Bundesministeriums für Inneres (BMI) und der Bundesländer das neue Zentrale Waffenregister um. Von diversen Bewilligungen über die Registrierung von Waffen bis zur Erstellung von Waffenpässen und Waffenbesitzkarten in Scheckkartenformat wird eine breite Vielfalt an Funktionen bereitgestellt. Die Einbindung der Waffenfachhändler in die Registrierung von Waffen via Unternehmensserviceportal (USP) und die sichere Zusammenarbeit mit den Behörden über eine gemeinsame Plattform ist ein gelungenes Beispiel für gelebtes E-Government. Der Betrieb des ZWR Neu erfolgt im BMI.

Pro-FIT - Bundessozialamt

Das Bundessozialamt (BSB) hat in den letzten Jahren (Bundessozialämterreform 2003) einen außerordentlichen organisatorischen Wandel erlebt. Die reine Länderorganisation wurde schrittweise in eine zentral gesteuerte Struktur überführt. Diese Begleitumstände resultieren für das BSB in einer historisch gewachsenen IT-Architektur. Gegenstand des Programms Pro-FIT ist die Entwicklung und Einführung von ganzheitlichen, konsistenten, modernen, kunden- und benutzerfreundlichen, fachspezifischen IT-Lösungen im Bundessozialamt. Die existente IT-Applikationslandschaft wird im Rahmen dieses Programms schrittweise ersetzt. Der Auftrag an das BRZ ist die Umsetzung der daraus resultierenden IT-Projekte.

Grundbuchdatenbank Neu – BMJ

Die Ablöse der bestehenden Applikation Grundbuch war aus verschiedensten Gründen unumgänglich (alte Technologie, keine zukunftssichere Weiterentwicklung etc.). In den letzten Jahren wurde gemeinsam mit dem Bundesamt für Eich- und Vermessungswesen ein Grundbuch Neu in zwei Teilen entwickelt. Ein Teil betrifft die Grundstücke und den Kataster - entwickelt vom Bundesamt für Eich- und Vermessungswesen. Der zweite Teil betrifft das Grundbuch mit Eigentumsverhältnissen, Belastungen uvm. – entwickelt vom BRZ im Auftrag der Justiz. Beide Teile sind mittels bidirektionalen Schnittstellen verbunden und tauschen hochautomatisiert Daten aus.