Zukunftswerkstatt: Big Data konkret nutzen

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Unter dem Begriff Big Data werden Schlüsseltechnologien zusammengefasst, die dabei helfen immer größer werdende Datenmengen zu analysieren. Doch wie ist Big Data im Public Sector zu nutzen und worauf ist zu achten? Das BMF und das BRZ versuchten am Zukunftskongress in Berlin Antworten zu geben.

Der Zukunftskongress „Staat & Verwaltung“ versteht sich als Plattform zum Austausch über Verwaltungsstrukturen, Verwaltungsmodernisierung und die Zukunftsfähigkeit des Staates. Das Fachevent fand 2013 zum ersten Mal statt und konnte sich inzwischen als führende Veranstaltung für Verwaltungsmodernisierung und E-Government etablieren. 

Unter dem Motto „Staat & Gesellschaft in der Digitalen Revolution“ diskutierten und erarbeiteten Entscheidungsträger/innen aus Verwaltung, Wirtschaft und Wissenschaft an zwei Tagen neue Ideen, Lösungsansätze und Empfehlungen. Darunter auch Expertinnen und Experten des Bundesministeriums für Finanzen (BMF) und des Bundesrechenzentrums (BRZ), die gemeinsam eine Zukunftswerkstatt zum Thema „Daten schützen und nutzen! Big Data im Public Sector - Erfahrungen aus Österreich“ durchführten.

Daten nutzen, Daten schützen

SC Dr. Gerhard Popp, Leiter der IT-Sektion im BMF, eröffnete seine Keynote mit einer rhetorischen Frage: „Was hat die öffentliche Verwaltung mit Big Data zu tun?“ Die Wirtschaft hat bereits erkannt, dass Daten ein wertvolles Gut sind. Der Staat ist noch nicht ganz so weit, obwohl er viele Daten besitzt.

Nun gilt es die weitere Vorgehensweise zu überlegen. „Die öffentliche Verwaltung muss in Zukunft Daten nutzen, aber auch gleichzeitig schützen“, so Gerhard Popp. Der steigende Kostendruck in der IT ist ein Aspekt, warum dies so wichtig wäre. Mithilfe von Big Data-Technologien könnten die Verwaltung beschleunigt, die Kosten gesenkt und die Effizienz gesteigert werden.

Sechs Handlungsfelder

Big Data ist keine Utopie, Big Data ist Realität! Es gilt deshalb, Chancen zu erkennen und diese Chancen vor allem auch zu nutzen“, erklärt BRZ-Geschäftsführer DI Roland Jabkowski in seinem Impulsstatement. Gemeinsam mit seinen Kunden hat das BRZ für Big Data zahlreiche Einsatzszenarien und sechs Handlungsfelder identifiziert. Ein solches Handlungsfeld ist z. B. die „Modernisierung der Gesetzgebung“. Komplexe Fragen im Bereich „Wirkungsorientierte Folgenabschätzung“ von Gesetzen könnten durch den Einsatz von Big Data-Technologien noch zeitnaher und präziser beantwortet werden. Das gleiche gilt für Analysen und Prognosen zum Arbeitsmarkt im Handlungsfeld „Wirtschaft und Arbeit“.

Die Skepsis gegenüber der Nutzung von Daten ist teilweise sehr groß. „Eine entscheidende Voraussetzung für den erfolgreichen Einsatz von Big Data-Technologien ist, das Vertrauen der Bürger/innen in die Vernetzung und Nutzung von Daten zu gewinnen“, so Roland Jabkowski. Dieses Vertrauen kann sich die Verwaltung durch ein hohes Datenschutzniveau verdienen, aber auch mit Anwendungen, die konkreten Nutzen stiften. Zudem betonte er, dass in Zukunft eine behördenübergreifende Datenstrategie notwendig sein wird, um das volle Potenzial von Big Data auszuschöpfen.

Mit Big Data Nutzen stiften

Gemeinsam mit dem BMF wurde bereits eine Big Data-Initiative gestartet. Vorrangig geht es um die Erarbeitung von Grundsätzen für den Einsatz von Big Data in der öffentlichen Verwaltung. Weiters sollen bestehende analytische Technologielösungen konsolidiert werden, um diese günstiger, aber auch zukunftsfit zu machen. Verwaltungshandlungen und -entscheidungen sollen in Beziehung gesetzt und sinnvoll vernetzt werden. Wichtig ist außerdem die Verarbeitung von Daten in Echtzeit. Das Projekt läuft noch bis Ende 2015. Erste geplante Anwendungsprojekte werden auf die Bekämpfung von (Steuer-)Betrug und Wirtschaftskriminalität abzielen.

BRZ-Infofolder Big Data

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