Was bringt Big Data in der Verwaltung?

Frau hält Festplatte

Noch nie wurden so viele Daten generiert wie heute. Davon werden lediglich weniger als ein Prozent analysiert. Es wird deutlich, dass die Anwendungsmöglichkeiten von Big Data längst nicht ausgereizt sind: Potenzial ist sowohl für die Wissenschaft, für die Wirtschaft und auch für die öffentliche Verwaltung vorhanden. 

Eric Schmidt, Executive Chairman von Google, schätzte bereits vor ein paar Jahren, dass wir inzwischen alle zwei Tage so viele Informationen produzieren wie im Zeitraum zwischen den Ursprüngen der Zivilisation und dem Jahr 2003 (Eric Schmidt „Big Data“, Quelle: http://techcrunch.com). Das entspricht in etwa einem Datenvolumen von 5 Exabyte alle 48 Stunden. Diese Aussage verdeutlicht die riesigen Datenmengen, die heutzutage zur Verfügung stehen.

Big Data-Analysen bringen Erkenntnisse über Zusammenhänge, machen verdeckte Muster sichtbar und ermöglichen eine neue Qualität von Trendvorhersagen. Big Data-Lösungen haben auch für die Verwaltung Potenzial und können den Bürger/innen zahlreiche Vorteile bringen.  

Big Data ist Realität

„Die Frage lautet nicht, ob wir bei Big Data mitmachen. Die Frage ist vielmehr, wie wir damit umgehen. Big Data ist bereits Realität“, stellt BRZ-Geschäftsführer DI Roland Jabkowski klar. Bei Datenanalysen trägt der Staat eine besondere Verantwortung: Gerade in der öffentlichen Verwaltung sind Datensicherheit, Datenschutz und Transparenz weitaus wichtiger als die technischen Herausforderungen, die beim Thema Big Data immer noch immanent sind. 

Schlüsselfaktoren für Big Data im Public Sector 

  • Sicherheit: Schutz vor Datendiebstahl und Datenmanipulation
  • Datenschutz: Schutz des Individuums. Die strenge Einhaltung von Datenschutz-Bestimmungen und die Verhinderung von bereichsübergreifenden Analysen ohne Anonymisierung
  • Transparenz: Möglichkeit für Bürger/innen, auf einfache Weise in die gespeicherten Daten Einsicht zu nehmen und die Zugriffe zu kontrollieren  

Wo liegen die Chancen von Big Data?

Eine aktuelle Studie (BARC Studie 2014) zeigt, dass 45 Prozent der Unternehmen, die Analysen auf Big Data-Basis gezielt einsetzen, ihre Prozesskosten senken konnten. Auch in der Verwaltung sind damit Effizienzsteigerungen zu erwarten. Durch Big Data wird es etwa möglich, Wirkungszusammenhänge von politischen Entscheidungen besser zu analysieren.

Hier gibt es bereits IT-Lösungen, wie die Anwendung „Wirkungsorientierte Folgenabschätzung“. Damit werden die ökonomischen Auswirkungen von neuen Gesetzen eingeschätzt. Werkzeuge wie diese können mit Big Data-Technologien massiv weiterentwickelt werden.  „Ziel des BRZ und seinen Partnern aus der Wirtschaft ist es die Verwaltung, dort wo sie es noch nicht ist, fit für Big Data zu machen“, so BRZ-Geschäftsführer DI Roland Jabkowski.  

Wo kann Big Data eingesetzt werden?

Auf internationaler Ebene gibt es bereits Anwendungsgebiete von Big Data für die Verwaltung. Dazu zählen die optimierte Steuerung von Verkehr, Verbrechensprävention sowie das effiziente Management von Kommunen und Städten. Darüber hinaus sind in den Bereichen Gesundheit und Energie weitere Anwendungsmöglichkeiten gegeben. Aber es gibt auch noch andere Einsatzgebiete.

  • Effizienzsteigerung und Verwaltungsreform
    Die öffentliche Verwaltung kann Big Data-Analysen zur Optimierung von Verwaltungsprozessen nutzen. Beispielsweise durch Benchmarking von Verwaltungsorganisationen. 
  • Modernisierung der Gesetzgebung und e-Partizipation
    Vorhandene IT-Lösungen können mit neuen Big Data-Technologien massiv weiter entwickelt werden. Mit Hilfe von Predictive Analytics werden komplexe wirtschaftliche Zusammenhänge vorhergesagt. Dieses Wissen kann genutzt werden, um politische Entscheidungen zu treffen.
  • Wirtschaft und Arbeit
    Big Data hilft Arbeitsmarktprognosen zu optimieren. In Zukunft wird man noch besser voraussagen können, welche Arbeitskräfte in welchen Branchen in den nächsten Monaten und Jahren benötigt werden.
  • Staatliche Infrastruktur
    Der öffentliche Verkehr kann durch Analysen von Fahrgastverhalten und technischen Gebrechen von Verkehrsmitteln optimiert werden.