Immer alles im Blick

Bundescontrol-Center

Im Bundescontrol-Center können sämtliche IT-Services des BRZ und deren Infrastrukturkomponenten rund um die Uhr überwacht werden. Etwaige Abweichungen vom Regelbetrieb werden sofort erkannt, sodass bei Bedarf umgehend entsprechende Maßnahmen eingeleitet werden können. Seit kurzem wird so auch die Verfügbarkeit einzelner IT-Verfahren der Steuer- und Zollverwaltung gemonitort.

Das BRZ hat mit der Errichtung des Bundescontrol-Centers die Voraussetzung dafür geschaffen, dass systemkritische IT-Anwendungen, die das BRZ entwickelt und betreibt, Tag und Nacht, sieben Tage die Woche optimal überwacht werden können. Das zentrale Cockpit im BRZ-Service Center, ausgestattet mit modernster Großbildtechnik, ermöglicht eine frühzeitige Erkennung von Ausnahmesituationen im Betrieb sowie eine unmittelbare und zielgerichtete Koordination aller notwendigen Gegenmaßnahmen.

Das richtige Team zur richtigen Zeit

Vor der Betriebsübernahme einer IT-Anwendung im Bundescontrol-Center wird mit dem jeweiligen Service Manager im Detail festgelegt, was überwacht werden soll. In sogenannten Flight-Sheets werden Verständigungs- beziehungsweise Prozessabläufe, diverse Ansprechpartner/innen sowie Vorkehrungen für Fehlersituationen dokumentiert. Das 18-köpfige Team des Bundescontrol-Centers verfügt so über alle notwendigen Informationen der IT-Anwendung und der damit verbundenen Infrastrukturkomponenten. Organisatorisch und auch räumlich ist es zentral in das BRZ-Service Center integriert und kann bei Bedarf rasch und direkt mit den rund 100 Kolleginnen und Kollegen der Service Center-Kundenteams kommunizieren.

Aufgrund der hohen Verfügbarkeitsanforderung moderner IT-Anwendungen ist es wichtig jederzeit Überblick über deren aktuellen Status zu haben. Bei Bedarf können umgehend die zuständigen Personen kontaktiert und informiert werden. "Wir erkennen hier Vorfälle sofort und sorgen dafür, dass das richtige Team und die erforderlichen Personen zur richtigen Zeit eingeschaltet werden", so Herbert Winkelmayer, Leiter des Service Centers. "Wir sorgen für eine lückenlose Überwachung und auch dafür, dass die kontrollierten Systeme alle im grünen Bereich laufen", ergänzt Herbert Winkelmayers Stellvertreter Thomas Bauer.

Ein aktuelles Projekt war die Betriebsübernahme der IT-Verfahren der Steuer- und Zollverwaltung im Rahmen des über mehrere Jahre laufenden Programms „E-Finanz Steuer und Zoll“. Bei diesem Programm werden die IT-Prozesse der Finanzverwaltung im Auftrag des Bundesministeriums für Finanzen (BMF) konsolidiert. Ziele sind der Einsatz verfahrensunabhängiger und ressortweit nutzbarer Verbundkomponenten sowie eine gemeinsame Grunddatenverwaltung der Steuer- und Zollanwendungen und der damit verbundenen IT-Verfahren. Seit August dieses Jahres werden die Verfügbarkeit und die Performance dieser IT-Verfahren vom Bundescontrol-Center überwacht.

Innovative Software verschafft Überblick

Die Überwachung der IT-Anwendungen erfolgt mit BRZ-Standard-Monitoring-Systemen. Beim End-to-End-Monitoring wird eine laufende Qualitätssicherung der IT-Anwendungen mittels automatisierter Tests aus Sicht der End-User durchgeführt. Außerdem stellt ein sogenanntes Umbrella-System die IT-Infrastruktur und die Abhängigkeiten der einzelnen Komponenten untereinander sowie deren Status vereinfacht und übersichtlich grafisch dar. 

Herbert Winkelmayer (rechts), Leiter des Service Centers, und sein Stellvertreter Thomas Bauer sorgen mit ihrem Team für die Überwachung zentraler IT-Anwendungen. Herbert Winkelmayer (rechts), Leiter des Service Centers, und sein Stellvertreter Thomas Bauer sorgen mit ihrem Team für die Überwachung zentraler IT-Anwendungen.

Selbst wenn man diese Monitoring-Lösungen für alle Anwendungen auf verschiedenen Bildschirmen permanent anzeigen würde, könnten die Mitarbeiter/innen des Bundescontrol-Centers allein aufgrund der Anzahl der überwachten IT-Verfahren Fehlermeldungen leicht übersehen. Zur Verkürzung der Reaktionszeiten kommt zusätzlich eine innovative Software (JST PixelDetection®) zum Einsatz. Diese überwacht die Bildschirmanzeigen und erkennt automatisch, wenn sich Bereiche am Monitor – etwa durch eine Alarmmeldung – verändern. Bei Unregelmäßigkeiten schlägt die Software Alarm und zeigt das auch entsprechend visuell an. Mit einem Blick kann das Team die Verfügbarkeit aller IT-Anwendungen erkennen. 

Zentrale Auskunftsstelle des BRZ 

Für Herbert Winkelmayer ist die eingesetzte Software ein "großartiges Mittel", um die Kunden des BRZ perfekt zu servicieren: "Fehler können im Vorfeld erkannt werden. Dank einer speziellen Technologie (Anm.: PixelDetection) können unsere Mitarbeiter/innen bei Bedarf sofort eingreifen und notwendige Maßnahmen einleiten. Wir arbeiten schon an der Störungsbehebung, bevor es für den Kunden zu Verzögerungen kommt." 

Die Zukunft sieht der Leiter des Service Centers langfristig darin, dass nicht nur systemkritische IT-Verfahren, sondern alle Anwendungen, die das BRZ entwickelt, betreibt und zur Verfügung stellt, vom Bundescontrol-Center lückenlos überwacht werden. Winkelmayer: "Meine Vision ist, dass wir die zentrale Überwachungs- und  Drehscheibenfunktion im BRZ einnehmen. Wir wären so ständig über den aktuellen Status aller Verfahren informiert. So könnten wir die anderen Organisationseinheiten rund um die Uhr bei ihrer täglichen Arbeit optimal unterstützen und im Fehlerfall Informationen bündeln und gezielt weitergeben." 

Eine Vision, deren Realisierung immer näher rückt. Nachdem die IT-Prozesse der Steuer- und Zollverwaltung ins Service Center eingebunden wurden, wird zurzeit im Auftrag des Bundesministeriums für Justiz (BMJ) analysiert, welche Justizanwendungen man ins Bundescontrol-Center integrieren könnte. Die zentrale Überwachung und Steuerung von IT-Anwendungen sowie von Infrastrukturkomponenten mit Unterstützung des Bundescontrol-Centers nimmt innerhalb des BRZ jedenfalls schon heute eine Schlüsselrolle ein.