Europaweites Open Data-Portal wird Realität

Quelle: istockphoto

Die Europäische Kommission beauftragte ein internationales Konsortium mit der Umsetzung eines paneuropäischen Open Data-Portals. Es soll öffentliche Datenbestände aus 39 europäischen Ländern beinhalten. Zudem fördert die EU auch ein europäisches Netzwerk zum Thema „Open Data“. 

Das Portal soll die Auffindbarkeit und Wiederverwertung offener Daten ermöglichen. Das bisher ungenutzte wirtschaftliche Potenzial von Open Data für die 28 EU-Mitgliedstaaten wird auf 30 bis 40 Milliarden Euro pro Jahr geschätzt. Mittels Open Data sollen langfristig die Verwaltungsabläufe europaweit verbessert und der wissenschaftliche Fortschritt beschleunigt werden. Das internationale Konsortium wird von Capgemini geleitet. Das Beratungsunternehmen unterstützt beispielsweise bei der Verbreitung der offenen Datensätze, der Qualitätsprüfung und der Optimierung der Metadaten.

Die technische Umsetzung übernimmt Fraunhofer Fokus. Das Institut für offene Kommunikationssysteme entwickelt die Kernkomponenten des Portals wozu beispielsweise das Datenregister und die sogenannten Harvesting-Mechanismen zählen. Harvesting funktioniert wie eine Art elektronischer Spürhund, der die Datenportale der Mitgliedstaaten regelmäßig nach neuem, offenem Material durchforstet.

„In Österreich wurden bereits 2011 im Rahmen der data.gv.at-Konzeption die technischen Grundlagen für einen künftigen Austausch mit dem paneuropäischen Datenportal geschaffen. Wir sind zuversichtlich, dass wir unsere Expertise zum Vorteil aller datenbereitstellenden Organisationen in Österreich und der EU einbringen können und damit unserer Vorreiterrolle in diesem Themengebiet gerecht werden“, meint dazu DI Günter Stessl, Abteilungsleiter für Information Management im BRZ.

Open Data-Wissen EU-weit vernetzen

Eine weitere europäische „Open Data“-Initiative ist das Netzwerk Share-PSI. Das von der EU geförderte Projekt verfolgt das Ziel, das gesammelte Wissen zum Thema offene Daten und Ideen zur Implementierung von Open Data-Policies im öffentlichen Sektor innerhalb Europas zu sammeln.

Eine der wichtigsten Aktivitäten des Netzwerks besteht in der Organisation einer Workshop-Serie, die verschiedene Aspekte von Public Sector Information (PSI), also Informationen des öffentlichen Bereichs, untersucht. Unter der Leitung des World Wide Web Consortiums (W3C) sind 47 Partner am Projekt beteiligt. Für Österreich sind das Bundeskanzleramt sowie die Donau-Universität Krems Teil des Konsortiums.

Die Workshops sind öffentlich und die Teilnahme ist kostenfrei. Das nächste Treffen findet am 16. und 17. März in Timişoara, Rumänien statt. Am 20. und 21. Mai ist ein Projekttreffen im Rahmen der CeDEM-Konferenz für E-Democracy and Open Government an der Donau-Universität Krems geplant.

Open Data-Portal
Share-PSI Projektwebsite