Auf dem Weg zu Smart Government

Quelle: iStockphoto

Was versteht man unter „Smart Government“ und welche Anforderungen entstehen dadurch für die Politik und die öffentliche Verwaltung? Der neue Trendreport des Behörden Spiegel und der Prognos AG mit dem Titel „Regieren und Verwalten in Deutschland im Jahr 2030“ versucht darauf Antworten zu geben.

Die fortschreitende Digitalisierung der Gesellschaft verändert auch die
Handlungsweisen von Politik und Verwaltung. Wohin entwickelt sich das politisch-administrative System? Wie sieht ein intelligent-vernetztes Regierungs- und Verwaltungshandeln aus? Der aktuelle „Smart Government“-Trendreport möchte kein visionäres Bild der Zukunft zeichnen, sondern versucht Szenarien zu entwickeln, die auch Hindernisse und Grenzen aufzeigen.

Smart Government bedeutet…

Es gibt noch keine allgemein gültige Definition von „Smart Government“. Meist wird darunter intelligent vernetztes Regierungs- und Verwaltungshandeln verstanden, das auf Technologien wie „Internet der Dinge“, „Big Data“, „Cloud“ und „mobile Plattformen“ basiert und deren Potenziale entsprechend zu nutzen weiß. „Smart Government“ umfasst dabei zugleich E-Government und Open-Government. Mit Hilfe intelligent vernetzter Informations- und Kommunikationstechnologien entstehen neue Möglichkeiten der Interaktion zwischen dem Staat und seinen Bürger/innen sowie zwischen staatlichen Organisationen.

Technologische Treiber

Vor allem digitale Technologien bieten neue Möglichkeiten der Informationsgewinnung und -verarbeitung sowie der Zugriffs- und Interaktionsmöglichkeiten. Sie haben Potenzial,  Entscheidungen und Handlungen von Politik und Verwaltung qualitativ zu unterstützen und zu optimieren. Erst dadurch wird „Smart Government“ möglich. Die wichtigsten technologischen Treiber sind:

  • Das Internet der Dinge bezeichnet die Vernetzung von physischen Gegenständen mittels Sensoren, die den jeweiligen physikalischen Zustand dieser Gegenstände erfassen. Erste Versuche, diese Technologie nutzbar zu machen, laufen bereits. So sollen etwa Sensoren an öffentlicher Infrastruktur in Norditalien zur Früherkennung von Erdbeben beitragen.  
  • Big Data ist keine Utopie, Big Data ist Realität. Damit ist etwa die Analyse und Lenkung von Verkehrsströmen, die Prognose von Kriminalität (Predictive Policing) oder Auswertungen über Umwelteinflüsse durch das Mobilitätsverhalten von Bürger/innen möglich.
  • Cloud-Technologien werden zu einem zunehmend wichtigen Element moderner Arbeitsprozesse. Die umfassende Auslagerung von Speicherkapazitäten und Rechenprozessen auf zentrale Server bringt enorme Effizienzgewinne.
  • Ein weiterer Treiber der Digitalisierung ist die Verbreitung von mobilen Plattformen bzw. Endgeräten wie Smartphones und die damit verbundene mobile Verfügbarkeit von Internet. Für die Verwaltung lassen sich zahlreiche Anwendungsmöglichkeiten skizzieren. So sind z. B. Bürger-Apps denkbar, die moderne Formen der Identifizierung nutzen und es den Bürger/innen ermöglichen via Smartphone mit den Behörden zu kommunizieren. Eine solche Anwendung ist die österreichische Handy-Signatur.

Diese technologischen Entwicklungen gehören nicht mehr in das Reich der Science-Fiction, sondern haben unseren Alltag, die Art und Weise wie wir arbeiten und auch die Wirtschaft erheblich verändert. Ihr Potenzial wird auch für Politik und Verwaltung in den nächsten Jahren der maßgebliche Treiber für Veränderungen sein.

Abschließend gibt der Report „Smart Goverment“ des Behörden Spiegel und der Prognos AG konkrete Handlungsempfehlungen, wie die Potenziale genutzt werden können. Zu diesen zählen 

  • die Förderung von Ideen, indem Innovationsmanagement als Teil der Organisationsstruktur verankert wird,
  • prozessorientiertes Denken über Verwaltungsebenen und Ressortgrenzen hinweg sowie
  • die Gewährleistung von Datensicherheit, um die Akzeptanz von Smart Government-Lösungen zu erhöhen. 

Trendreport Effizienter Staat