Modernes Cyber-Sicherheits-Gesetz geplant

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Im Rahmen der Präsentation des Berichts „Internet-Sicherheit. Österreich 2015“ im Bundeskanzleramt wurde die gemeinsame Erarbeitung eines modernen Cyber-Sicherheits-Gesetzes angekündigt. Damit soll die digitale Entwicklung in Österreich unterstützt werden.

Die zunehmende Digitalisierung eröffnet in wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Hinsicht zahlreiche Möglichkeiten. Doch private und betriebliche User müssen sich hinsichtlich Cyber-Sicherheit über den eigenen Umgang mit dem Netz bewusst werden. Verschiede Maßnahmen wie etwa der jährliche Cyber-Sicherheits-Bericht tragen zu dieser Bewusstseinsbildung bei. „Um die Chancen der digitalen Welt bestens nützen zu können, müssen wir sichere Rahmenbedingungen schaffen. Gerade die Cyber-Sicherheit ist wesentlich dafür", so Staatssekretärin Sonja Steßl anlässlich der Vorstellung des Internet-Sicherheitsberichts 2015.

Internet-Sicherheit 2015

Cyber-Bedrohungen durch Angriffe über das Internet fanden auch 2015 in hoher Zahl statt und bekamen zunehmend Beachtung im gesellschaftlichen und medialen Diskurs. Sowohl private Nutzer/innen als auch Unternehmen waren Zielscheibe zahlreicher Cyber-Angriffe. So wurden beispielsweise sogenannte Distributed Denial-of-Service Attacken (DDoS) in zunehmend professionellem Ausmaß durchgeführt. Diese Angriffe legen Server im Internet durch gezielte Überlastung lahm.

Zusammenarbeit für mehr Sicherheit

„Die Arbeit von CERT.at sowie GovCERT zur Prävention und Beratung bei Sicherheitslücken und -risiken gewinnt durch solche Vorgänge weiter an Bedeutung“, erklärt Mag. Robert Schischka, Leiter des Computer Emergency Response Teams (CERT). „Kontinuierliches Monitoring von sicherheitsrelevanten IT-Vorkommnissen ist eine wichtige Voraussetzung, um notwendige Maßnahmen rechtzeitig ergreifen zu können.“ CERT.at ist deshalb ein aktiver Player einer sektor-übergreifenden Zusammenarbeit mit öffentlichen und privaten Kooperationspartnern zu denen auch das BRZ gehört.

Gemeinsamer Schulterschluss

„Der digitale Wandel vereinnahmt Menschen und Organisationen im täglichen Leben und Handeln zusehends. Zahlreiche Cyber-Angreifer wollten letztes Jahr den digitalen Fortschritt zu schadhaften Zwecken nutzen“, hält Ing. Roland Ledinger , Leiter des Bereichs IKT-Strategie des Bundes, fest. „Das zeigt die Relevanz sicherheitspolitischer Maßnahmen auf. Für eine verlässliche IT-Sicherheit in Österreich braucht es einen gemeinsamen Schulterschluss von Gesellschaft, Wirtschaft und Staat.“

Cyber-Sicherheits-Strategie

Die Entwicklungen in den letzten Monaten zeigen, dass die Strategien und Maßnahmen für Internetsicherheit in den nächsten Jahren in hohem Maß auf die neuen digitalen Gegebenheiten abgestimmt sein müssen. Die österreichische Bundesregierung hat bereits 2013 auf die Wichtigkeit der Thematik reagiert. Mit der Österreichischen Strategie für Cyber-Sicherheit (ÖSCS) wurde ein umfassendes und proaktives Konzept zum Schutz des österreichischen Cyber-Raums sowie der Menschen im virtuellen Raum beschlossen. Diese Strategie bildet seither das Fundament der gesamtstaatlichen Zusammenarbeit in diesem Bereich, die kontinuierlich ausgebaut und gestärkt wird.

Neues Cyber-Sicherheits-Gesetz

Unter dem Vorsitz des Bundeskanzleramts und in enger Zusammenarbeit mit dem Innen- und Verteidigungsministerium sowie mit Stakeholdern aus der Wirtschaft und der Wissenschaft soll ein modernes Cyber-Sicherheits-Gesetz erarbeitet werden, das den künftigen Rahmen für IKT-Sicherheit in Österreich vorgibt und u. a. auch den Rahmen der nationalen und zwischenstaatlichen Zusammenarbeit definiert. „Dadurch wollen wir mehr Sicherheit erreichen und mit diesem Baustein die digitale Entwicklung fördern", so Digitalstaatssekretärin Sonja Steßl. „Das, was bisher auf einer freiwilligen Basis erfolgt sei, wie die Meldung von Störfällen, solle nun auf eine qualitativ gut ausgestattete gesetzliche Basis gebracht werden.“

© Regina Aigner/BKA Digitalstaatssekretärin Mag. Sonja Steßl präsentierte im Bundeskanzleramt den "Internet-Sicherheitsbericht 2015". Im Bild mit Ing. Roland Ledinger (l.), Leiter des Bereichs IKT-Strategie des Bundes und Mag. Robert Schischka (r.), Leiter des Computer Emergency Response Team (CERT).
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