Nationale Projekte

Amtssignatur

Die Amtssignatur ist die elektronische Unterschrift einer natürlichen Person, die im Namen einer Behörde handelt. Diese digitale Signatur wird von einer Behörde auf pdf-Dokumente (Bescheide und andere Erledigungen) aufgebracht und macht damit kenntlich, dass es sich um ein amtliches Schriftstück handelt.

2011 trat das Allgemeine Verwaltungsverfahrensgesetzes in Kraft. Es besagt, dass jedes im AVG-Verfahren elektronisch ausgefertigte Dokument mit einer Amtssignatur zu versehen ist. Durch das BRZ-Amtssignatur-Service wurde es sowohl für Ministerien als auch für kleinere Dienststellen und ausgegliederte Organisationseinheiten möglich, rasch und preisgünstig diese gesetzliche Pflicht zu erfüllen. Registrierte Personen profitieren in erster Linie von der orts- und zeitungebundenen Zustellung.

data.gv.at

Das Bundesrechenzentrum wurde vom Bundeskanzleramt (BKA) und dem Bundesministerium für Finanzen (BMF) mit der Umsetzung von data.gv.at, einem Onlinekatalog mit Verwaltungsdaten, beauftragt. Man setzte dabei auf das fundierte IT-Wissen und umfassende Verwaltungs-Know-how des BRZ.

Mit dem vom BRZ technisch entwickelten data.gv.at wurde eine bundesweite Open Data Plattform etabliert, die es den Bürger/innen und der Wirtschaft ermöglicht, digitale Datensätze der Ver­walt­ung über das Internet zu beziehen. Open Government Data (OGD) verfolgt das Ziel anonyme Daten der öffentlichen Verwaltung nach nationalen und internationalen Standards zu publizieren. Themen aus den Kategorien Umwelt, Forschung, Gesundheit oder Politik können hier als Beispiele genannt werden. Die Daten werden in maschinen­les­barer Form aufbereitet, damit diese größt­möglich automatisiert verarbeitet werden können.


Elektronischer Akt im Bund (ELAK)

ELAK

Im Auftrag aller Bundesministerien und des Bundeskanzleramtes (BKA) wurde die ARGE ELAK (bestehend aus BRZ und BIT-S) mit der technischen Umsetzung des Elektronischen Akts im Bund (ELAK) betraut. Die Kernkompetenzen liegen in der zentralen Betriebsführung, der Sicherstellung der Datensicherheit, dem Aufbau und Betrieb der Netzwerkstruktur aber auch im Service und Support

Der Elektronische Akt (ELAK) ist das web-basierte Aktenmanagementsystem der österreichischen öffentlichen Verwaltung. Diese Lösung vereinfacht und beschleunigt die Bearbeitung von Geschäftsfällen (Aktenlauf) und ist die Basis für eine standardisierte und verbesserte Prozessdokumentation.

ELAK-mobile

Aufgrund der stark zunehmenden Verbreitung von mobilen Endgeräten wie z. B. Tablet, iPad und iPhone hat das BRZ im Auftrag des Bundeskanzleramtes für den ELAK eine einfache und sichere Zugangsmöglichkeit aus dem Internet implementiert. Diese Lösung eignet sich besonders für Mobile Devices und für das mobile Arbeiten auf Geschäfts- und Dienstreisen. Damit wurde ein weiterer wichtiger Schritt für die universelle Einsetzbarkeit des ELAK als Akten- und Dokumenten-Managementplattform der Bundesverwaltung und der nachgeordneten Dienststellen gesetzt.

Elektronischer Personalakt

Im Programm Personalmanagement 2.0 hat das BRZ für das Bundesministerium für Finanzen (BMF) den „elektronischen Personalakt“ (ePA) umgesetzt. Diese Lösung stellt eine personalwirtschaftliche Dokumentenverwaltung aller Mitarbeiter/innen des BMF dar. Sie umfasst personalaktrelevante Inhalte und erste Prozessabwicklungen in Zusammenhang mit der Dokumentenverwaltung (Einsichtnahmen, Dokumentenverwaltung inkl. Änderungsscanning).

Sämtliche Dokumente werden ausschließlich elektronisch aufbewahrt und geführt. Weiters wurden die bestehenden Papierakte gescannt und in die elektronische Personalakte migriert. Der ePA wird schrittweise auf weitere Ressorts der Bundesverwaltung ausgerollt. 

Elektronische Verfahrensadministration Bundesverwaltungsgericht (evA)

Mit der Gründung des Bundesverwaltungsgerichts (BVwG) wurde mit 1.1.2014 eine wesentliche Veränderung in der Verwaltungsgerichtsbarkeit in Österreich umgesetzt. Der ehemalige Asylgerichtshof (AsylGH) und ca. 40 weitere Behörden wurden im neuen Bundesverwaltungsgericht zusammengefasst.

Die daraus resultierenden unterschiedlichen fachlichen Anforderungen an die IT-Unterstützung konnten in der Fachapplikation elektronische Verfahrensautomation (eVA) – bereits seit einiger Zeit erfolgreich im AsylGH im Einsatz – zusammengefasst werden.

Das BRZ betreut diese Anwendung bereits seit Jahren und übernahm im Auftrag des Bundesverwaltungsgerichts ihre Weiterentwicklung. In drei großen Releases wurden die neuen Abläufe und Funktionalitäten der elektronischen Verfahrensadministration für das BVwG umgesetzt. Diese Flexibilität – Handhabung unterschiedlicher Fachbereiche wie z. B. Umweltverträglichkeitsverfahren, Asylverfahren, AMS-Verfahren – konnte nur durch die modulare Architektur der Anwendung in einer Umsetzungszeit von wenigen Monaten erreicht werden.

e-Rechnung

Die elektronische Rechnung ist eine wichtige strategische Maßnahme, um aufwändige und kostenintensive Prozesse bei der Abwicklung von Rechnungen in der Bundesverwaltung zu vermeiden. Durch die elektronische Bearbeitung und Übermittlung der jährlich zwei Mio. Rechnungen an den Bund werden signifikante Einsparungen für die Vertragspartner des Bundes und für den Bund selbst ermöglicht. Die Grundlage dafür bildet das IKT-Konsolidierungsgesetz (IKT-Kong.), welches die verpflichtende elektronische Rechnungslegung an Bundesdienststellen mit 01.01.2014 verlangt.

Das Bundesministerium für Finanzen beauftragte das BRZ mit der Entwicklung und dem Betrieb der IT-Lösung für die e-Rechnung an den Bund. Höchste Sicherheit, Stabilität und Kostenminimierung sind die wichtigsten Kundenanforderungen. So ist gewährleistet, dass der Datenaustausch zwischen den Vertragspartnern und den vom BRZ betriebenen IT-Systemen des Bundes (wie Unternehmensserviceportal, e-Rechnung und Bundes-Haushaltsverrechnung) effizient und störungsfrei erfolgen kann.

e-Voting

Im Zeitalter der globalen Mobilität ist E-Voting ein Schritt zur Erweiterung der E-Democracy. E-Voting ermöglicht die Stimmabgabe unabhängig von Zeit und Ort.

Das Projekt E-Voting wurde vom Wissenschaftsministerium in Auftrag gestellt. Die technische Umsetzung erfolgte durch das Bundesrechenzentrum und dem spanischen Softwareunternehmen Scytl. Das BRZ sorgte für den gesicherten Betrieb des zentralen Servers für die Abhaltung der elektronischen Wahlen der Österreichischen Hochschülerschaft 2009.

Die Authentifizierung der/s Wähler/in erfolgt dabei über die Bürgerkarte. Die Stimmabgabe wird verschlüsselt und mittels Bürgerkarte digital signiert über das Internet in die elektronische Wahlurne eingebracht. Die elektronischen Stimmenzettel werden bis zum Ende der Papierwahl im BRZ gesichert und verschlüsselt aufbewahrt.

FinanzOnline

FinanzOnline ist das international ausgezeichnete E-Government-Portal der Finanzverwaltung. Die Projektabwicklung von FinanzOnline erfolgte gemeinsam mit dem Bundesministerium für Finanzen (BMF). Das BRZ war für die technische Projektumsetzung, für die Analyse, Programmierung und Systemimplementierung verantwortlich. Die Wartung und der laufende Betrieb werden ebenfalls vom Bundesrechenzentrum durchgeführt. Der Vorteil für die Nutzer/innen von FinanzOnline liegt besonders in der zeit- und ortsunabhängigen Online-Einbringung der Anträge und Erklärungen und der damit verbundenen Zeitersparnis.

Firmenbuch

Im Firmenbuch der Justiz sind die Daten aller eintragungspflichtigen Unternehmen Österreichs gespeichert. Die für die Eintragungen maßgeblichen Urkunden werden im elektronischen Urkundenarchiv der Justiz, der Urkundensammlung, gespeichert. 

Die 16 Firmenbuchgerichte erstellen ihre Beschlüsse automationsunterstützt und auch weitere Funktionen wie die Gebührenabrechnung und die Zustellung via Poststraße sind in diese IT-Anwendung integriert. Der Firmenbuchbetrieb erfolgt ausfallgesichert im Bundesrechenzentrum und im Parallelrechenzentrum (PRZ) und es wird eine kontinuierliche Weiterentwicklung des Firmenbuches in enger Zusammenarbeit zwischen BMJ, Gerichten, BMF und BRZ angestrebt.

Zudem stehen die Firmendaten und auch die Urkundensammlung der Öffentlichkeit über Verrechnungsstellen, den Behörden über das BRZ-Portal und den Mitgliedsstaaten über das European Business Register (EBR) online zur Verfügung.

Gesundheitsanbieter-Index in der ELGA

Der Gesundheitsdiensteanbieter-Index (GDA-I) wurde als eine der zentralen Komponenten der elektronischen Gesundheitsakte (ELGA) im Auftrag des Bundesministeriums für Gesundheit vom BRZ konzeptionell neu entwickelt.

Die Aufgabe des GDA-I-Systems besteht darin, Daten zu den im Gesundheitswesen tätigen Gesundheitsdiensteanbietern (Ärzt/innen, Apotheken, Zahnärzt/innen, Krankenanstalten) von deren (Standes-) Vertretung entgegenzunehmen, aufzubereiten und in einer qualitativ geprüften Ausprägung zur weiteren Nutzung in der ELGA bereitzustellen. Durch die Teilung der Systemlösung in modulare Blöcke konnten Synergien zu anderen Verfahren aus dem E-Government- (USP) als auch E-Healthbereich (eHVD) gehoben werden.

Gesundheitsportal

Das Gesundheitsportal gesundheit.gv.at wurde vom Bundesministerium für Gesundheit (BMG) in Auftrag gestellt. Die technische Umsetzung und der Betrieb erfolgen durch die Bundesrechenzentrum GmbH.

Gesundheitsinformationen sind die am häufigsten nachgefragten Themen im World Wide Web. Mehr als 46 Prozent suchen dort gezielt nach Informationen rund um Fragen der Gesundheit. Mit dem Start von gesundheit.gv.at gibt es in Österreich die erste Website für qualitätsgesicherte und unabhängige Informationen zu Fragen rund um alle wichtigen Gesundheitsthemen. Die Nutzer/innen der Website können sich darauf verlassen, dass die Informationen von unabhängigen Expertinnen und Experten geprüft wurden und frei von Firmeninteressen und Werbung sind. Laufend werden in diese Plattform auch interaktive Onlineservices integriert.

Grundbuch

Im Rahmen eines gemeinsamen Projektes vom Bundesministerium für Justiz (BMJ), Bundesministerium für Finanzen (BMF), dem Bundesministerium für Wirtschaft, Familie und Jugend (BMWFJ) und dem Bundesrechenzentrum (BRZ) wurde eine grundlegende Erneuerung der Grundstücksdatenbank vorgenommen. Die gemeinsame Datenbank wird im BRZ betrieben, das BMWFJ ist für deren Betreuung zuständig.

Im Zuge der Erneuerung wurde 2006 die elektronische Urkundensammlung eingeführt, 2009 der elektronische Rechtsverkehr (ERV) im Grundbuch implementiert und im ausgelieferten Release im Mai 2012 die Trennung der bislang gemeinsam geführten Datenbanken von Kataster und Grundbuch und die automationsunterstützte Eintragung in das Grundbuch vorgenommen. Das für Juli 2013 geplante Update zielt auf die vollständige Digitalisierung der Datenflüsse zwischen Kataster und Grundbuch ab.

Neben den aus der Erneuerung resultierenden Vorteilen ist auch die öffentlich zugängliche, transparente Darstellung der rechtlichen Verhältnisse an Grund und Boden, die rechtsverbindliche Dokumentation der Eigentumsverhältnisse und der rasche und gesicherte Rechtsverkehr von Immobilien als Nutzen für Bürger/innen, Wirtschaft und der öffentlichen Verwaltung anzuführen. 

Haushaltsrechtsreform

Die zweite Etappe der Haushaltsrechtsreform bringt eine grundlegende Weiterentwicklung des Haushaltswesens des Bundes in Hinblick auf eine neue Budgetstruktur und damit verbunden eine ergebnisorientierte Steuerung der Dienststellen.

Im Jahr 2011 wurde für das Bundesministerium für Finanzen (BMF) die Umsetzung mit den Projekten „Planing Budgeting Controling Tool (PBCT) Gegenstromverfahren“ und „PBCT Berichte“, dem „Personalplan zum Bundesfinanzgesetz“ und den „Budgetpublikationen“ fortgesetzt. Die Umsetzung wurde in einem Probebetrieb gemeinsam mit dem BMF und anderen Ressorts erfolgreich getestet und damit die Voraussetzung für einen Produktivstart zur Budgeterstellung im Jahr 2012 geschaffen. 

HELP.gv.at

HELP.gv.at ist eine behördenübergreifende Plattform im Internet, die – ausgehend von konkreten Lebenssituationen, wie etwa Schwangerschaft, Geburt, Heirat oder Wohnen – über Amtswege in Österreich informiert und teilweise deren elektronische Erledigung zulässt. HELP.gv.at versteht sich als Drehscheibe zwischen Behörden und Bürger/innen, wobei Kriterien wie Transparenz, Übersichtlichkeit, Verständlichkeit und die Konzentration auf das Wesentliche im Vordergrund stehen. Auf HELP.gv.at finden Sie zu über 150 Themen rund um die Uhr nützliche Informationen über Behördenwege, die dazu erforderlichen Dokumente, anfallende Gebühren, Fristen sowie jederzeit abrufbare Formulare und Vorlagen.

Im angemeldeten Bereich steht eine personalisierte Version der HELP.gv.at-Inhalte zur Verfügung. Durch die Eingabe des Wohnortes wird das Angebot von HELP.gv.at persönlich auf die Bürger/innen zugeschnitten. Die Formulare der betreffenden Region werden automatisch angezeigt. Ebenso können per Mausklick alle Behörden der betreffenden Region ausgewählt werden. Es besteht die Möglichkeit, sich durch einen Erinnerungsservice beispielsweise an das Ablaufdatum des Reisepasses erinnern zu lassen. Im angemeldeten Bereich kann der E-Tresor (Basic Version kostenfrei) genutzt werden. Weiters können Sie direkt Ihren Versicherungsdatenauszug abrufen.

LoS - Leistungsorientierte Steuerung im BMF

LoS ist ein Steuerungs- und Kennzahlensystem und bildet die Kernprozesse im Steuer- und Zollbereich ab, für die Wirkungs-, Produkt- und Prozesskennzahlen definiert wurden. Vordefinierte Analysedimensionen ermöglichen benutzerspezifische Auswertungen jeder einzelnen Kennzahl von der obersten Ebene bis hinunter auf bestimmte Einzelfalldaten.

Die technische Umsetzung erfolgte in enger Zusammenarbeit der Sektionen IV und V des BMF mit dem Bundesrechenzentrum als Generalunternehmer. LoS wurde von Spezialisten des BRZ mit Unterstützung von Siemens und IBM Cognos entwickelt und in Betrieb genommen. Das BRZ ist ebenfalls mit dem laufenden Support beauftragt.

Zielsetzung von LoS war es der verantwortlichen Managementführung ein modernes und umfassendes Steuerungs- und Analysesystem zur Verfügung zu stellen mit dem alle Bereiche der Steuer- und Zollverwaltung sowie der gesamte Controllingprozess abgedeckt werden. Dadurch kann sowohl der optimale Einsatz von Ressourcen sichergestellt also auch die zielgenaue Steuerung der Leistungsschwerpunkte angestrebt werden.

PMA - Projektmanagement für die Bundesverwaltung

Für den Erfolg komplexer IT-Projekte in der öffentlichen Verwaltung ist hochprofessionelles Projektmanagement eine unabdingbare Voraussetzung. Als erfahrener Dienstleister auf dem Gebiet des Projektmanagements unterstützt das Bundesrechenzentrum seine Kunden bei der Durchführung von IT- und Organisationsprojekten entweder durch Übernahme der PM-Aufgaben oder durch einen auf die individuellen Erfordernisse abgestimmten Coaching-Ansatz.

Das BRZ ist nach der PMA-Definition als „Projektorientiertes Unternehmen“ anzusehen und hat in den vergangenen Jahren die organisatorischen Standards in der Organisationseinheit „Project-Office“ entwickelt. Über 200 IT-Entwicklungs- und Implementierungsprojekte, Organisations- und Forschungsprojekte werden von mehr als 100 Projektmanager/innen pro Jahr durchgeführt, von diesen sind 70% nach IPMA zertifiziert. Die Steuerung und das Monitoring der Projekte erfolgt in einem unternehmensweiten Projekt-Portfolio-Management.

Pro-FIT

Die erste Anlaufstelle für Menschen mit Behinderung ist das Sozialministeriumservice. Hier wird eine Vielzahl von gesetzlichen Sozialleistungen (z. B. für Verbrechensopfer) auf Antrag ausbezahlt. Die neue, zentral gesteuerte Struktur des Sozialministeriumservice und der technologische Fortschritt bedingten eine grundlegende Erneuerung der gesamten IT-Lösungen, sowohl inhaltlich als auch technologisch. Das daraus abgeleitete IT-Programm "Pro-FIT" hat das Ziel, die Benutzerfreundlichkeit zu erhöhen, die Servicequalität für die Kunden zu verbessern und die Effizienz im Personaleinsatz zu steigern. Das BRZ begleitet dieses umfassende Programm mit der Umsetzung der entsprechenden IT-Projekte. Im Jahr 2014 konnten mehrere wesentliche Bausteine fertig gestellt und in den laufenden Betrieb (Be-FIT) übergeben werden. Diese Meilensteine stellen eine essentielle Grundlage für die Gesamtumsetzung des Programms dar. 

SAP PM - Personalmanagement

Das Personalmanagement-Ver­fahren des Bundes wurde vom Bundesrechenzentrum mittels Einsatz der Standardsoftware SAP im Sinne einer leistungsorientierten Verwaltungsführung reorganisiert. Wichtigstes Ziel ist es die 160 Personalbüros des Bundes mit jenen Werkzeugen auszustatten, die das moderne Personalmanagement benötigt. 

Der SAP-Leistungskatalog des BRZ umfasst Service-Operation, -Support, -Integration, -Delivery und Service-Design. Dazu zählen auch die Beratung und Unterstützung der Kunden, die Störungsbehebung und Lösungsbereitstellung sowie die Mitarbeit bei kundenspezifischen Marketingaktivitäten.

Ein Hauptnutzen von PM-SAP ist die Ablöse bisheriger IT-Anwendungen und die Einführung eines einheitlichen und durchgängigen Personalwirtschafts-, Verwaltungs- und Abrechnungssystems. Darüber hinaus wird die Korrektheit des Geschehens und Vermeidung möglicher Fehleingaben oder Manipulationen bei Reduktion des Mehraugenprinzips sichergestellt und der Datenschutz voll und ganz gewährleistet.

Schulbuchaktion Online

Die formulargestützte Bestellung der Schulbücher zog hohen manuellen Überprüfungsaufwand mit sich und war auch nicht mehr zeitkonform. Mit dem Einsatz eines zentralen browserbasierenden Bestellwesens mit höchster Transparenz für alle Verfahrensbeteiligten, Schulen, das Bundesministerium für Wirtschaft, Familie und Jugend (BMWFJ), das Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur (BMUKK), Verlage und Schulbuchhändler, konnte das alte Verfahren zur Abwicklung der Schulbuchaktion vollständig abgelöst werden. Damit wurden eine wesentliche Vereinfachung und Nachvollziehbarkeit aller Workflows, die bequeme Bestellung von Lehrinhalten, die einfache Dokumentation der Verfahrensabläufe und Historisierung sowie die generelle Vereinfachung und Nachvollziehbarkeit aller Workflows und die ubiquitäre Verfügbarkeit erreicht. 

Das Bundesrechenzentrum wurde im Rahmen der ersten Umsetzung der Anwendung Schulbuchaktion Online mit dem Projektmanagement betraut. Im Rahmen des Redesigns der Anwendung erfolgte die vollständige Realisierung durch die BRZ GmbH.

Die laufende Weiterentwicklung der Anwendung wie z. B. SBX, also die Internet und Lehrmittelergänzung, ePayment und die Ablöse der Schulbuchanweisungen stellten weitere Meilensteine der Schulbuchaktion online dar.

Zusätzlich umfasst das Leistungsangebot das Online- und Vor-Ort-Training sowie eine fachliche Anwender-Hotline als zentrale Ansprechstelle für Schulbuchreferenten.

Transparenzdatenbank

Inhalt des Projektes ist die Schaffung eines IT-Systems, an das alle Gebietskörperschaften Österreichs angebunden und alle Leistungen der öffentlichen Hand, wie z. B. Förderungen, Transfers und Sozialversicherungsleistungen, an natürliche und juristische Personen je Leistungsempfänger/in zentral erfasst und abrufbar gemacht werden können.

Mit der Transparenzdatenbank werden eine Datenbank der Leistungsangebote, eine Datenbank der personenbezogenen, ausbezahlten Leistungen, ein Transparenzportal und eine Auswertungsumgebung errichtet. Diese Systeme sollen im Konkreten den folgenden Zwecken dienen:

Information: Neben der Transparenzdatenbank wurde auch ein Transparenzportal eingerichtet. Dieses dient der Abfrage von Leistungsdaten durch Empfänger/innen, die sich auf dem Portal über verfügbare Leistungsangebote sowie über die von ihnen empfangenen Leistungen und ihr Einkommen informieren können. 

Nachweis: Bürger/innen und Unternehmen können sich am Transparenzportal einen rechtsgültigen, elektronisch signierten Auszug zur Vorlage bei der Beantragung von Leistungen erstellen lassen.

Steuerung: Ausschließlich für statistische, planerische und steuernde Zwecke werden der Politik auf Bundes- und Länderebene Auswertungen zur Verfügung gestellt.

Überprüfung: Die Überprüfung des Vorliegens der erforderlichen Voraussetzungen für die Gewährung, die Einstellung oder die Rückforderung einer Leistung kann durch abwickelnde Stellen online durchgeführt werden.

Unternehmensserviceportal

Ziel des Unternehmensserviceportals (USP) ist es durch moderne, effiziente und digitale Verwaltungsabläufe optimale Bedingungen für Wirtschaftstreibende zu schaffen. Das BRZ wurde vom Bundesministerium für Finanzen mit der Umsetzung der ersten Ausbauphase beauftragt. Dies umfasste die Implementierung des gesamten Portals inklusive Zugangs-, Rollen- und Rechteverwaltung, technische Einrichtungen für die USP-Redaktion, zentrale Einbindung von Verfahren externer Behörden, Online Anbindung mehrerer Register und die Bereitstellung eines Servicecenters inkl. eigener Hotlinebetreuung.

Mit dem Start des Vollbetriebs „USP Phase 1.0“ seit 23. Mai 2012 steht ein zentraler Online-One-Stop-Shop zur Verfügung. Unternehmen können für sie relevante Informationen nicht nur abfragen, sondern ihre Informationsverpflichtungen (wie z. B. Führung von Personalunterlagen, Anmeldung oder Krankmeldung von Mitarbeiter/innen) rasch, effizient, sicher und rund um die Uhr abwickeln. Damit werden erstmals alle Bedürfnisse der Unternehmen im Hinblick auf Behördenwege vollständig und verlässlich über ein einziges Portal abgedeckt.

Verfahrensautomation

Die Verfahrensautomation Justiz (VJ) unterstützt sämtliche Gerichte und Staats­anwaltschaften bei der Registerführung von mehr als 50 verschiedenen Verfahren. Teile von Verfahren (z. B. Mahnverfahren) werden vollkommen automatisch abgewickelt, gerichtliche Erledigungen werden automatisch erstellt und über eine zentrale Poststraße abgefertigt. Eingaben und Erledigungen werden über den elektronischen Rechtsverkehr (ERV) übermittelt und Gerichtsgebühren bargeldlos eingezogen.

Zentrales Waffenregister

Einer Richtlinie des Europäischen Parlaments und der Waffengesetznovelle 2010 folgend, setzte das BRZ im Auftrag des Bundesministeriums für Inneres und der Bundesländer das neue Zentrale Waffenregister erfolgreich um. Der Betrieb des ZWR Neu erfolgt im BMI.

Von diversen Bewilligungen über die Registrierung von Waffen bis zur Erstellung von Waffenpässen und Waffenbesitzkarten in Scheckkartenformat wird eine breite Vielfalt an Funktionen bereitgestellt. Die Einbindung der Waffenfachhändler in die Registrierung von Waffen via Unternehmensserviceportal (USP) und die sichere Zusammenarbeit mit den Behörden über eine gemeinsame Plattform ist ein gelungenes Beispiel für gelebtes E-Government