Internationale Projekte

Österreich liegt im Bereich E-Government im europäischen Spitzenfeld. Durch eine höhere Mobilität der Bürger/innen und Unternehmen, ist es für die österreichische Verwaltung immer wichtiger länderübergreifende Interoperabilität vorhandener E-Government-Lösungen her zustellen. Das BRZ als führendes IT-Dienstleitungszentrum der österreichischen Verwaltung ist ein gefragter Partner für Know-how Transfer in EU-weiten Projekten. Dazu zählen beispielsweise die sogenannten Twinning-Projekte, mit dem Ziel EU-Beitrittskandidaten bei der Umsetzung der EU-Vorgaben zu unterstützen und den Beitrittsprozess voranzutreiben. Weiters ist das BRZ Partner bei EU-Förderprojekten in den Bereichen Gesundheit, Justiz, Beschaffung, elektronische Identität oder Umsetzung der Dienstleistungsrichtlinie. Darüber hinaus realisieren die Expertinnen und Experten des BRZ innovative IT-Lösungen innerhalb der EU wie z. B ein Lernprogramm für Rechtsreferendare, das mittlerweile in einigen deutschen Bundesländern im Einsatz ist.

e-SENS: Electronic Simple European Networked Services

Ziel ist eine gemeinsame Infrastruktur für interoperable öffentliche Dienstleistungen zu schaffen und die Zusammenarbeit zwischen öffentlichen Verwaltungen in Europa zu erhöhen. Das Programm soll die Basis zu „Kerndienstplattformen“ legen, die grenzüberschreitende E-Government-Lösungen ermöglichen und die Entwicklung eines europäischen digitalen Binnenmarkts fördern. Dazu wird e-SENS grundlegende elektronische Bausteine wie Identität, Dokumente, Signatur, Zustellung oder Semantik bereitstellen. Die österreichische Verwaltung und das BRZ als ihr führender IT-Dienstleister waren an allen Pilotprojekten (e-CODEX, epSOS, PEPPOL, SPOCS, STORK) beteiligt und leisten einen wesentlichen Beitrag zur erfolgreichen Umsetzung.

e-CODEX: e-Justice Communication via Online Data Exchange

Dieses EU-Projekt hat sich zum Ziel gesetzt, durch die Verbesserung der grenzüberschreitenden Interoperabilität zwischen den nationalen Justizbehörden ein voll interoperables europäisches E-Justice-System herzustellen. Das BRZ hat als IT-Dienstleister des Justizministeriums bei der technischen Umsetzung maßgeblich mitgewirkt.

epSOS: Smart Open Services for European Patients

Dieses zentrale europäische E-Health-Projekt soll die grenzüberschreitende Nutzung von Gesundheitsinformationen ermöglichen. Der Schwerpunkt des Pilotprojekts lag in der Bereitstellung der notwendigen rechtlichen Rahmenbedingungen und der benötigten Infrastruktur.   

PEPPOL: Pan-European Public Procurement Online 

PEPPOL ist das EU-Projekt zur Umsetzung einer einheitlichen elektronischen Beschaffung mit dem Schwerpunkt Interoperabilität. Ziel war für bereits bestehende Lösungen gemeinsame Standards zu schaffen und bei Beschaffungsvorgängen eine elektronische, europaweite Kommunikation zwischen Unternehmen und öffentlichen Vergabestellen zu ermöglichen. Das BRZ hat zu den technischen Arbeitspaketen einen maßgeblichen Beitrag geleistet und die Öffentlichkeitsarbeit dafür verantwortet.   

SPOCS: Simple Procedures Online for Cross-Border Services   

Dieses Projekt förderte die IT-Umsetzung der Dienstleistungsrichtlinie. Es ermöglicht Unternehmen - vor allem kleinen und mittleren (KMU) – ihre Dienstleistungen im EU Binnenmarkt einfach, schnell und transparent anzubieten.
Das BRZ war als Projektpartner für die Entwicklung und den Betrieb eines österreichischen Piloten verantwortlich mit dem Ziel der  Kompatibilität mit der zentralen Komponente in Brüssel.

STORK: Secure idenTity acrOss boRders linKed 

Ziel von STORK ist die nationalen Lösungen zur elektronischen Identifikation („eID“) im grenzüberschreitenden Anwendungsbereich anerkennen und einsetzen zu können. Damit werden der Austausch und die Mobilität innerhalb der EU durch die Verwaltungs-IT länderübergreifend vereinfacht und vielfach erst ermöglicht. Ein laufender Prozess, in dem Österreich eine wichtige Rolle einnimmt und gestaltend mitwirkt. Das BRZ war Projektpartner bei der Entwicklung eines Piloten, mit Schwerpunkt  der Implementierung und Testung der im Projekt definierten Spezifikationen.

Cloud for Europe: Cloud Computing in Europa

Das EU-Projekt unterstützt den Einsatz von Cloud-Services im öffentlichen Bereich. Dabei soll die Zusammenarbeit von Behörden und Industrie gefördert werden. Ziel ist Hindernisse zu identifizieren, innovative Lösungen zu finden und Vertrauen in Cloud Computing zu schaffen. Das Projekt läuft bis Ende 2017. Es wird von der Europäischen Kommission innerhalb des Rahmenprogramms für Forschung und Innovation kofinanziert. Auch das BRZ ist Projektpartner und bringt sein technisches Know-how erfolgreich ein.

ELAN REF: Elektronisches Lernprogramm für deutsche Rechtsreferendare

Auf Basis einer Kooperation des Bundesministeriums für Justiz mit dem Land Baden Württemberg wurde das vom BRZ technisch umgesetzte elektronische Lernprogramm für Rechtsreferendare (ELAN-REF) nach Deutschland exportiert. Diese IT-Lösung wurde mit dem österreichischen Verwaltungspreis ausgezeichnet. Mittlerweile ist das Programm in mehreren deutschen Bundesländern im Einsatz.

EU-Mahnverfahren

Im Auftrag des Justizministeriums hat das BRZ im Rahmen des EU-Projektes e-CODEX gemeinsam mit der Berliner Justizverwaltung und IBM die Basisanwendung für ein europaweit einheitliches Mahnwesen entwickelt. Grenzüberschreitende Geldforderungen in Zivil- und Handelssachen können nun mit einem EU-weit einheitlichen Verfahren per Onlineformular gerichtlich geltend gemacht werden.
Die Lösung wurde so gestaltet, dass auch andere EU-Staaten die Basiskomponente übernehmen können und nur die staatenspezifischen Ergänzungen selbst entwickeln müssen. Eine internationale Jury hat dieses Projekt mit dem European eGovernment Award 2009 ausgezeichnet.

Insolvenzregistervernetzung

Informationen über Insolvenzen stehen in den nationalen Insolvenzregistern meist öffentlich zur Abfrage bereit. In einem zusammen wachsenden europäischen Binnenmarkt ist es wichtig, solche Insolvenzregister auch grenzüberschreitend abfragen zu können, im Idealfall an einer Stelle. Das Bundesministerium für Justiz (BMJ) hat dazu ein Projekt initiiert, das BRZ  übernahm die technische Umsetzung in enger Zusammenarbeit mit den Kollegen des e-Justiz-Portals der europäischen Kommission und den Projektpartnern der beteiligten Länder. Seit Juli 2014 können die Insolvenzregister der Länder Deutschland, Estland, Niederlande, Österreich, Tschechien und Slowenien zentral über das e-Justiz Portal abgefragt werden.

Register für juristische Personen (Litauen)

Das litauische Justizministerium beauftrage das State Enterprise Centre of Registers (SECR) das Register für juristische Personen (Legal Entity Register) zentral zu führen. Es beinhaltet u. a. das Pendant zum österreichischen Firmenbuch und Vereinsregister. Im Rahmen eines vom Centre of Legal Competence geleiteten EU Twinning-Projekts wurden Expertinnen und Experten aus verschiedenen Ländern und Fachbereichen beigezogen. Mit dem Know-how des BRZ konnte eine effiziente Ablauforganisation und Maßnahmen für eine erfolgreiche Registerführung realisiert werden. Das SECR kann nun Kundenanforderungen optimal abwickeln und das Register unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten führen.

Verbrauchsteuern Luxemburg

Das System zur Beförderung und Kontrolle von verbrauchsteuerpflichtigen Waren unter Steueraussetzung (Excise Movement and Control System) ist eine EDV-Lösung für die Wirtschaftsbeteiligten in der Europäischen Union. Die Zoll- bzw. Verbrauchsteuerverwaltungen leisten dabei administrative Unterstützung und nutzen das System zur Kontrolle. Die luxemburgische Zoll- und Steuerverwaltung hat Österreich als Kooperationspartner gewählt, um in Zukunft Synergien nutzen und Weiterentwicklungskosten sparen zu können. Dabei wurde unser System übernommen und an die Rahmenbedingungen von Luxemburg angepasst. Das BRZ hat das Projekt im Auftrag des Bundesministerium für Finanzen umgesetzt. Die IT-Lösung ist seit Anfang 2014 erfolgreich im Einsatz.

Verkehrsunternehmensregister

Mit dem Verkehrsunternehmensregister (VUR) erfassen zuständige Behörden Stammdaten von Verkehrsunternehmen. Zusätzlich werden Ergebnisse von Kontrollen im Straßenverkehr gespeichert. Durch die EU-weite Vernetzung können ausgewählte Daten zwischen den Mitgliedstaaten ausgetaucht werden. Dieses Register unterstützt dabei, die Sicherheit auf Österreichs Straßen zu erhöhen und die Arbeitsbedingungen von Berufskraftfahrern zu verbessern.

Das BRZ hat die Web-Applikation im Auftrag des Bundesministeriums für Verkehr, Innovation und Technologie entwickelt und 2014 ausgerollt. Neben der erfolgreichen Umsetzung und Implementierung trug das BRZ auch maßgeblich zur fachlichen und technischen Vorfeld-Analyse bei.