Portrait Mann mit Brille und Bart im blauen Sakko mit rötlichem Hemd

Mut zu mehr Agilität

13. November 2019

Der Begriff Agilität wird in Unternehmen mittlerweile an vielen Stellen - ja man könnte fast sagen inflationär verwendet. Leider nicht immer positiv besetzt, sondern häufig als Synonym für Planlosigkeit und Chaos. Gerade im Bereich der digitalen Transformation ist agiles Arbeiten aber mittlerweile ein essentielles Instrument zur erfolgreichen Umsetzung von Projekten.

"Ich muss kurzfristig den Termin ändern, aber wir sind doch eine agile Organisation, da kann das doch kein Problem sein." Oder haben Sie vielleicht zuletzt auch ein süffisantes: "Jetzt sind wir wieder mal besonders agil", vernommen? Solche und ähnliche Aussagen höre ich in den letzten Jahren immer öfters. Der Begriff Agilität wird in Unternehmen mittlerweile an vielen Stellen - ja man könnte fast sagen inflationär verwendet. Leider nicht immer positiv besetzt, sondern häufig als Synonym für Planlosigkeit und Chaos. Gerade im Bereich der digitalen Transformation ist agiles Arbeiten aber mittlerweile ein essentielles Instrument zur erfolgreichen Umsetzung von Projekten. Einige Mythen halten sich hartnäckig und sind Bestandteil so mancher Gespräche am Mittagstisch.

Falsches Verständnis

Oft wird agiles Arbeiten mit einer "Husch-Pfusch-Mentalität" verwechselt. Argumentiert wird, dass dies notwendig sei, um schnelle Entscheidungen herbei zu führen. Gründlichkeit und Qualität seien dabei aber nicht so wichtig. Agilität meint jedoch vielmehr, dass eine Organisation flexibel auf Veränderungen reagiert und somit schnell anpassungsfähig ist. Auf der einen Seite eines agilen Prozesses stehen volatile, unsichere, komplexe und ambivalente Projektsituationen und auf der anderen Seite kurze, sehr konzentrierte Arbeitsphasen, sogenannte Iterationen. Während dieser Überprüfungsschleifen wird das Subziel des Projektes überprüft und die Planung gegebenenfalls angepasst. Wenn sich also Kundenbedürfnisse und das Projektumfeld ändert, kann dies in einem agilen Planungsprozess leichter berücksichtigt werden. Agile Methoden sind somit eher mit Wendigkeit als mit Schnelligkeit gleichzusetzen.

Eine Frage der Unternehmenskultur

Wie bei so vielen Managementansätzen entscheidet letztlich die Kultur einer Organisation, ob und wie sie funktioniert. Bei einer agilen Kultur ist es jedenfalls von großer Bedeutung, dass die Entscheidungskompetenzen in die Teams verlagert werden und von kleinteiligen Anordnungen Abstand genommen wird. Agilität und Fehlertoleranz sind auch untrennbar miteinander verbunden, wobei es nicht darum geht möglichst viele Fehler zu machen, sondern im Prozess schnell Fehler zu machen und auch schnell von den Fehlern zu lernen ("fail fast"). Damit soll eine Organisation die Möglichkeit haben einen Kurs zu korrigieren, bevor hohe Projektkosten an der falschen Stelle entstehen („rapid recovery“) .

Ich bin ausgesprochener Fan dieser Methode und möchte Sie zum Schluss auffordern, Agilität auch in Ihrer Organisation anzuwenden. Für mich persönlich bedeutet es in einer zunehmend komplexer werdenden Welt frühzeitig Probleme zu erkennen. Und somit kontinuierlich unter Einbezug aller Stakeholder nutzbare und qualitativ hochwertige Ergebnisse zu liefern. Also nur Mut: arbeiten Sie agil, aber richtig.

Haben Sie Fragen?

Ich freue mich auf Ihre Kontaktaufnahme unter:
roman.walther@brz.gv.at