Portraitbild von BRZ Geschäftsführer Markus Kaiser

Die Krise ist ein Brennglas

16. September 2021

BRZ-Geschäftsführer Markus Kaiser beschreibt, was er beruflich, aber auch persönlich aus der Pandemie gelernt hat.

Stärken und Schwächen...

wurden in der Krise noch deutlicher erkennbar. Die Digitalisierung hat in allen Lebensbereichen an Tempo gewonnen. Unternehmen und Verwaltung mussten sich am Machbaren orientieren. Gerade auch im europäischen Vergleich hat Österreich von der Abwicklung der Corona-Hilfen bis zum Grünen Pass die IT-Projekte sehr rasch umgesetzt. Die Entscheidungen wurden in Echtzeit getroffen und Go Live-Termine neuer Vorhaben mutig bei Pressekonferenzen angekündigt, noch bevor die Machbarkeit überprüft war. Der österreichische Pragmatismus hat einen wesentlichen Anteil daran, dass fast alle Termine gehalten werden konnten. Andererseits ist der gelebte Föderalismus kein Turbo. Das Auseinanderfallen von Regelungs- und Finanzierungskompetenz zieht manche Entscheidungen unnötig in die Länge und sorgt für Doppelgleisigkeiten. Dass am Ende nahezu jedes Bundesland eigene Anmeldeportale zu Test- und Impfterminen entwickelt hat, wird in der Rückschau Fragen aufwerfen.

Change Management...

in Echtzeit Menschen verändern ihr Verhalten nur dann, wenn es ein zwingendes Ereignis gibt – sei es Angst oder Verlangen. Change Management in Echtzeit haben wir gemeinsam an einem Wochenende letzten Jahres erlebt. Ab 16.03.2020 wurde im BRZ und in den meisten Ressorts weitgehend aus dem Home Office gearbeitet und über die unterschiedlichsten Plattformen zusammengearbeitet. Kein einziges Projekt wurde gestoppt, alle Services liefen trotz enormer zusätzlicher Last ohne Störung weiter. Planungs-Workshops in agilen Projekten mit 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmern wurden vollständig digital durchgeführt. Wenige hätten das für möglich gehalten und ich bin noch immer beeindruckt, wie reibungslos diese enorme Veränderung bewältigt wurde.

Das Büro fehlt mir dennoch.

Remote Arbeit funktioniert. Auch in der Verwaltung. Wer möchte das nach den letzten 18 Monaten noch ernsthaft bestreiten? Ich arbeite dennoch lieber im Büro. Aber alle haben individuelle Präferenzen, auf die künftig mit Sicherheit mehr Rücksicht genommen werden kann und muss. An eine vollständige Freigabe des Arbeitsortes glaube ich persönlich aber nicht. Der informelle Austausch ist enorm wichtig. Die 10 Minuten vor und nach einem offiziellen Termin sind oft entscheidender als die 60 Minuten dazwischen. Unternehmen und Mitarbeiter/innen werden in der rein digitalen Zusammenarbeit austauschbarer, Stimmungen Einzelner sind in Videokonferenzen (zumal mit abgestellter Kamera) kaum zu erfassen.

Digitale Bildung ist wichtig.

Beruflich habe ich mich in den letzten Wochen sehr viel mit User-Feedback zum Grünen Pass beschäftigt. Die Bandbreite der Rückmeldungen ist weit. Von „Geldverschwendung“ über „super gelungen“ bis „Warum gibt es keine Integration in ELGA?“ sind die Ansprüche sehr unterschiedlich. 100 % Offline-Fähigkeit ohne jedwede Anbindung an zentrale Systeme und volle Automatisierung der Anzeige von Testzertifikaten bei gleichzeitiger Überprüfung der Gültigkeit in der App sind nur sprachlich kein Widerspruch. Technisch geht sich das nicht aus, hindert aber manchen nicht, genau das zu fordern. Oder es werden Sicherheitslücken attestiert, weil das Konzept dahinter nicht verstanden wird. In diesen Diskussionen habe ich unabhängige Expertinnen/Experten vermisst. Ich wünsche mir noch immer einen Digitalen Rat der Bundesregierung, der fachlich qualifizierte Vertreter/innen aus Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft in die Beratungen einbezieht. Auch das BRZ würde eine solche chancenorientierte Diskussion technologischer Innovationen mit seiner Expertise unterstützen, um die digitale Transformation in Österreich weiter voranzutreiben.

Dieser Artikel ist auch im BRZ Kundenmagazin 2/2021 erschienen.
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