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19.03.2015 Trust in Big Data

Copyright: European Association for E-Identiy and Secruity (EEMA); Trust in the Digital World-Logo

Bei der internationalen Konferenz „Trust in the Digital World 2015“ der EEMA in Madrid diskutierten hochrangige Expertinnen und Experten aus Industrie und Verwaltung über die Chancen von Big Data. Im Fokus: Die Gewährleistung von Privatsphäre und Sicherheit.

Copyright: Gerhard Köhle (BRZ) Welchen Herausforderungen Singapur bei der Nutzung von Big Data gegenüber steht, präsentierte Paul Wang, CTO der Global Safety Division von NEC, auf der „Trust in the Digital World 2015“-Konferenz.
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In mehreren Keynotes wurden die Veränderungen in der digitalen Welt mit Schwerpunkt auf Big Data behandelt. So berichtete Paul Wang, CTO der Global Safety Division von NEC, über die Herausforderungen in der Nutzung von Big Data in Singapur. Für den Kleinstaat - einer der Vorreiter in der Nutzung von Big Data-Technologien - sind demnach weniger die technischen, sondern die organisatorischen Herausforderungen überwiegend, insbesondere die behördenüberreifende Integration von Prozessen.

Richard Benjamins, Group Director für Business Intelligence und Big Data bei Telefónica zeigte die Chancen von Big Data-Technologien anhand einiger Beispiele aus Kommunikationsdaten auf. So wurden etwa bei einem Erdbeben in Mexiko die Telefonie-Aktivitäten beobachtet und zukünftiges Potenzial für die Einsatzplanung von Rettungspersonal identifiziert. Auch im Transportwesen werden Kommunikationsdaten bereits intensiv genutzt, beispielsweise in Barcelona, wo die Planung des öffentlichen Transports unter der Nutzung von Bewegungsdaten aus Handys geschieht. Als Herausforderung führte Benjamins, wenig überraschend, den Datenschutz an. Er wies darauf hin, dass die Legalität der Datennutzung noch lange nicht bedeutet, dass diese auch gesellschaftlich akzeptiert wird. Telefónica folgt in ihren Aktivitäten daher dem sogenannten TACT Data Value Framework, das für Transperency, Added Value, Control und Trust in der Nutzung von Daten steht.

Aufschlussreich waren auch die Ausführungen der zahlreichen Vertreter der EU-Kommission, darunter Jakub Boratynski, Head of Trust and Security, Marta Nagy-Rothengass, Head of Data Value Chain und Afonso Ferreira, NIS Project Officer. Dabei wurde etwa für Sommer die Network and Information Security (NIS)-Direktive angekündigt, die ein Statement über die Behandlung von Privacy in Zeiten von Big Data beinhalten wird.

Heiß diskutiert: App-Nutzung

Ein breit diskutiertes Thema waren die von Smartphone-Apps gut bekannten und kaum gelesenen Nutzungsbedingungen. Ein Vortragender lieferte ein absurdes und zugleich plakatives Beispiel: Entsprechend den Nutzungsbedingungen einer App sollte das erstgeborene Kind geopfert werden. Beinahe alle Nutzer/innen hatten die Bedingungen akzeptiert.

Die Alternative zu dem offensichtlich untauglich gewordenen Mittel von Nutzungsbedingungen liegt laut Teilnehmer/innen in einer Modularisierung und Individualisierung von Zugriffsrechten. Die Nutzer/innen sollen in Zukunft grundsätzlich entscheiden, welche ihrer Daten für welche Funktionen zur Verfügung gestellt werden sollen. Die Anbieter von datenorientierten Diensten wie Apps müssen sich dann an diese Vorgaben halten. Ein Modell, das durchaus für die öffentliche Verwaltung und die Nutzung von Daten der Bürger/innen interessant sein könnte.

Mehr Informationen finden Sie unter trustindigitallife.eema.org