Über das BRZ

Die Bundesrechenzentrum GmbH ist der IT-Dienstleister und markt­führende E-Government-Partner der österreichischen Bundes­verwaltung.

12.03.2013 Prozesse der Verwaltungs-IT im Jahre 2027 BRZ befragt die Wissenschaft

Dr. Peter Parycek und Mag. Judith Schoßböck Dr. Peter Parycek, Leiter des Zentrums für E-Governance an der Donau-Universität Krems und Mag. Judith Schoßböck, Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Zentrum

Das BRZ hat bisher viele wissenschaftliche Projekte und Studien in Kooperation mit Universitäten und Forschungseinrichtungen erfolgreich umgesetzt. Dr. Peter Parycek und Mag. Judith Schoßböck von der Donau-Universität Krems werfen für uns einen Blick in die Zukunft der Verwaltungs-IT.

IT-gestützte soziale Interaktion der Verwaltung im Jahre 2027

Aus heutiger Perspektive befindet sich die Verwaltung gemeinsam mit ihren Stakeholdern inmitten eines Transformationsprozesses, dessen Ausgang offen ist. Die folgenden Annahmen basieren auf Zukunftsszenarien.

Ein mögliches Szenario führt durch erhöhte Organisations- und Kommunikationsfähigkeit einzelner Personen und Gruppen zur starken Abschwächung der strengen Grenzen zwischen Verwaltung und ihren Stakeholdern. Wirtschaft, organisierte Zivilgesellschaft und Verwaltung arbeiten organisationsübergreifend, die Verwaltung wird zur Plattform der Zusammenarbeit, Informationen und Prozesse werden dadurch für alle transparent. Intransparenz findet sich nur in vordefinierten geschützten „Räumen“. Dies führt zu einem neuen Selbstverständnis der Verwaltung und Politik – vom geschlossenen Obrigkeitsstaat zum offenen Kooperationspartner auf gleicher Augenhöhe.

Im zweiten Szenario grenzt sich die Politik und Verwaltung von ihren Stakeholdern ab, weil die Versuche, Transparenz und Kooperation strategisch und demokratiepolitisch zu nutzen, fehlgeschlagen sind. Aufgrund der (er)starr(t)en Strukturen verliert die Verwaltung ihre Position und die Gesellschaft beginnt sich „glokal“ (global & lokal) selbst zu organisieren, während sich die Wirtschaft von Regularien befreit und global ihre eigenen Spielregeln definiert.

In beiden Szenarien wird die Tendenz der transparenten Verfügbarkeit von Informationen aller Art zunehmen. Privatsphäre und Datenschutz, die bislang auf der Trennung von privaten und öffentlichen Daten und Informationen basierten, werden nicht aufrechterhalten werden können; neue Formen der Privatheit und des Datenschutzes werden sich finden oder aber auch aus unserem Wertekanon verschwinden.