Über das BRZ

Die Bundesrechenzentrum GmbH ist der IT-Dienstleister und markt­führende E-Government-Partner der österreichischen Bundes­verwaltung.

22.10.2014 Kooperation in der Zoll- und Steuerverwaltung

Europakarte - Pins; Quelle: istockphoto

Jeden Tag werden verbrauchsteuerpflichtige Waren - wie z. B. Tabak, Alkohol und Energieerzeugnisse - innerhalb der europäischen Union befördert. Österreich und Luxemburg arbeiteten gemeinsam an der Weiterentwicklung der IT-Lösung EMCS für die Zollverwaltung- ein Best Practice.

Verbrauchsteuern sind wichtige Einnahmequellen für die Staatskassen. Mit der IT-Lösung Excise Movement and Control System (EMCS) wird ihre Wegbringung unter Steueraussetzung vom Ausgangspunkt (Steuerlager) bis zur Ankunft am Bestimmungsort (Steuerlager, registrierter Empfänger oder Ausgangszollstelle) dokumentiert. Seit 2010 ermöglicht das IT-System EMCS die Überwachung von Beförderungen verbrauchsteuerpflichtiger Waren unter Steueraussetzung im EU-Binnenmarkt. Steuerhinterziehung und Betrug können damit effektiv bekämpft werden. Zusätzlich bietet das EMCS auch Werkzeuge, die die administrative Kooperation auf dem Gebiet der Verbrauchsteuern durch einen standardisierten Nachrichtenaustausch unterstützen. Seit Jänner 2011 ist die Verwendung von EMCS für alle EU-Länder und Wirtschaftsbeteiligte verpflichtend.

Enge Kooperation mit Luxemburg

Die luxemburgische Zoll- und Steuerverwaltung wollte Synergien in der Entwicklung nutzen und wählte Österreich als Kooperationspartner für die nächste Ausbauphase des EMCS-Masterplans. Das Bundesministerium für Finanzen (BMF) beauftragte das BRZ mit der Umsetzung des Projekts „Verbrauchsteuern Luxemburg Phase 1“ für die luxemburgische Zoll- und Steuerverwaltung.

Die zu entwickelnden Anwendungen, die von allen Mitarbeiter/ innen der Luxemburger Zollverwaltung und den Wirtschaftsbeteiligten verwendet werden, mussten zu 100 Prozent mit den internationalen Systemen kompatibel sein und alle notwendigen Funktionalitäten bieten. Die Herausforderungen lagen besonders im Detail der Zusammenarbeit: So mussten etwa alle Sicherheitsstandards erfüllt werden, damit ein risikoloser Betrieb der Anwendungen für Luxemburg im BRZ gewährleistet werden kann. Zudem wurden verwaltungsinterne EMCS-Ablaufprozesse von Luxemburg übernommen, die eine sprachliche Anpassung in den Benutzeroberflächen erforderten. 

Im Februar wurde das Projekt fertiggestellt und beim 13. eGovernment-Wettbewerb 2014 mit dem zweiten Platz in der Kategorie „Erfolgreichstes Kooperationsprojekt“ ausgezeichnet. Für Johannes Dürr, Applikationsleiter für „Finanzanwendungen Zoll“ ist die neue IT-Anwendung ein Erfolg. Die Verwaltungen von Österreich und Luxemburg werden auch weiterhin zusammenarbeiten: „Nächste Projekte sind bereits in Planung“, bestätigt Katharina Stepan, Projektleiterin für „Finanzanwendungen Zoll“ im BRZ.