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11.02.2015 IT-Trends: Was erwartet uns?

Quelle: istockphoto

Alljährlich erscheinen zahlreiche Berichte in den Medien, die sich mit aktuellen IT-Trends beschäftigen. Mit Spannung werden vor allem die Top 10 der Analysten, allen voran von Gartner, eines der bekanntesten Marktforschungsunternehmen in der IT-Branche, aber auch von IDC erwartet.

Gartner identifiziert Trends, die für die meisten Unternehmen innerhalb der nächsten drei Jahre vor allem strategisch von Bedeutung sein werden – etwa, weil sie erhebliche Auswirkungen auf das Tagesgeschäft haben oder große Investitionen notwendig machen könnten. Relevante Themen für die Verwaltung sind dabei aus BRZ-Sicht vor allem „Security“, „Cloud Computing“, „Big Data“, „Software-Defined Anything (SDx)“ und „Intelligente Anwendungen“.

1. Computing Everywhere

Der Trend zu Mobile Devices flaut auch 2015 nicht ab: Der Einsatz von Tablets, Phablets und Smartphones im Alltag ist allgegenwärtig. Deshalb stehen künftig die Bedürfnisse der mobilen Nutzer/innen in unterschiedlichen Kontexten und Umwelten – also die User Experience – verstärkt im Fokus. Laut IDC wächst der gesamte weltweite IT-Markt moderat (3,8%), alleine der Anteil der Mobile Devices liegt bei 40%.

2. Internet of Things (IoT)

Alles ist vernetzt: Die massive Zunahme von Sensoren in allen Lebensbereichen – von industriellen Produktionsmaschinen über die Steuerung von Heizungsanlagen bis hin zu „smarten“ Gadgets, treibt das Internet der Dinge voran. Das Wachstumspotenzial ist enorm. 1984 waren rund 1.000 Geräte mit dem Internet verbunden, heute sind es 17 Milliarden, 2020 sollen es bereits 50 Milliarden sein (Quelle: Gartner).

3. Big Data: Analysen mit Mehrwert

Das Internet der Dinge und der Trend zu Mobile Devices generieren eine Unmenge an Daten. Dadurch wird es immer wichtiger, diese Flut an strukturierten und unstrukturierten Daten sinnvoll zu verarbeiten und zu analysieren. Das Motto: Die richtigen Personen sollen zur richtigen Zeit die richtigen Informationen bekommen.

4. Intelligente Anwendungen

Bei der Entwicklung von Systemen, etwa mit Hilfe von Big Data-Analysen, können diese auch ihr Anwendungsumfeld miteinbeziehen und dann entsprechend reagieren. Systeme, die verstehen, was der User beabsichtigt, vereinfachen die Nutzung und liefern qualitativ hochwertigere Informationen. 

5. Intelligente Maschinen

Intelligente Anwendungen sind die Voraussetzung für intelligente Maschinen. Diese „verstehen“ nicht nur ihr Anwendungsumfeld, sondern „lernen“ auch dazu und können letztlich autonom Entscheidungen treffen und agieren. Selbstfahrende Autos, hochentwickelte Roboter und virtuelle persönliche Assistenten gibt es bereits, doch die Geschwindigkeit der Weiterentwicklung wird in den nächsten Jahren rasant zunehmen. 

6. Cloud Computing

Der Trend zu Mobile Devices fördert auch weiterhin den Trend zu Cloud Computing. Aber was heißt das? Abstrahierte IT-Infrastrukturen – etwa Rechenleistung, Datenspeicher, Netzwerkkapazitäten oder auch Softwareanwendungen – werden dynamisch an die Nutzung angepasst und über ein Netzwerk bereitgestellt.

Dabei ist essenziell, dass Cloud Computing für alle Endgeräte problemlos und natürlich auch sicher nutzbar ist. Neben der Sicherheit der Daten wird auch ein effizientes Management der gespeicherten Daten immer wichtiger. Ein weiterer bedeutender Aspekt ist die Synchronisierung von Inhalten und Programmen.

7. Software-Defined Anything (SDx)

Agile Verfahren bei der Entwicklung von Anwendungen werden immer bedeutender. Nur so ist ein entsprechendes Maß an Flexibilität gewährleistet. Anforderungen an Anwendungen ändern sich rasch, dementsprechend dynamisch muss darauf bei der Entwicklung reagiert werden. Nicht nur die Entwicklung orientiert sich daran, auch im Rechenzentrum sind Software-defined Storages und Software-defined Networks technologische Trends.

8. Web-Scale IT

Web-Pioniere wie Amazon oder Google haben vorgemacht, wie Cloud-Dienste bei Bedarf flexibel nach oben skaliert – also bei gesteigerter Nutzung entsprechend erweitert – oder auch wieder reduziert werden können. Dieses Konzept, das für Rechenzentren mit ähnlichen Anforderungen anwendbar ist, bezeichnet Gartner als Web-Scale IT.

9. Security und Selbstschutz

Security ist wichtiger denn je. Für 70% der CEOs von international agierenden Unternehmern gehört Security zu den Top 3 Prioritäten (Quelle: IDC). Dennoch darf Security die Weiterentwicklung der IT nicht ver- und behindern. Einen 100%igen Schutz vor Cyber-Kriminalität kann es nicht geben, doch kann der gezielte Einsatz von Risikobewertungs-Tools die Sicherheit maßgeblich erhöhen. Sicherheit muss zudem schon bei der Entwicklung von Anwendungen Thema sein, sie sollen sich künftig „selbst“ schützen können.

10. 3D-Druck

2015 sollen 98% mehr 3D-Drucker ausgeliefert werden als im Vorjahr (Quelle: Gartner). Als Grund werden unter anderem die mittlerweile relativ kostengünstigen Druck-Geräte genannt. 3D-Druck ist in der Industrie vor allem für die einfache Produktion von Prototypen bedeutend.

Alles wird SMART

Einig sind sich Gartner und IDC darüber, dass sich die IT im Umbruch befindet. Die Haupttreiber dieses als Disruptive Technologies (Gartner) oder Digital Transformation (IDC) bezeichneten Paradigmenwechsels sind die „smarten“ Innovationsbeschleuniger:

  • Sensor Networks (Internet of Things)
  • Maker Machines (3D-Druck)
  • Augmented Humans (Google Glass)
  • Robotics (selbstfahrende Autos)
  • Thinking Machines (lernfähige Systeme wie Apples „Siri“)

Gartner Inc.
IDC