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29.12.2015 IT-Trends 2016

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Die meisten Punschstände sind abgebaut, Weihnachten ist vorbei und der Jahreswechsel steht bevor. Was erwartet uns in der Welt der IT im kommenden Jahr? Allen voran veröffentlichte Analyst Gartner seine Prognosen, gefolgt von Marktforscher Forrester. Ein kurzer Überblick.

Beide IT-Analysten beschreiben strategische Trends, die tiefgreifende Veränderungen in Unternehmen und Organisationen notwendig machen. Die Studien beschränken sich deshalb nicht nur auf das Jahr 2016. Erst innerhalb der nächsten drei bis fünf Jahre sollen die vorgestellten Trends ihren vollen Einfluss entfalten.

Forrester unterscheidet in kommende Technologien, jene, die bewusst wahrgenommen werden und bereits akzeptierte Neuerungen. Die Phasen der öffentlichen Aufmerksamkeit, die neue Technologien bei deren Einführung durchlaufen, unterteilt Gartner sogar in fünf Abschnitte. Der sogenannte „Hype Cycle“ beginnt mit der Phase „technologischer Auslöser“. Er inkludiert „überzogene Erwartungen“ sowie „Enttäuschungen“ und endet mit „Verständnis“ und „Akzeptanz“ von neuen Technologien. 

Cyber Security und adaptive Systeme

Cyber-Kriminalität spielt natürlich auch bei IT-Trends eine Rolle. Hacker-Angriffe werden aufgrund der zunehmenden Akzeptanz und Nutzung von Cloud-Services signifikant ansteigen. Gefragt sind laut Gartner Analyseverfahren, die Unregelmäßigkeiten frühzeitig erkennen. Im Idealfall sind Sicherheitssysteme adaptiv, d. h. sie reagieren individuell auf Bedrohungen. Für Forrester steht künftig nicht nur die technische Seite der Sicherheit im Fokus, sondern auch das Verhalten der Anwender/innen.

Lichten des Informationsdschungels

Jeder von uns erhält Informationen nicht nur in Textform sondern auch in Audio- oder Videoformaten. „Information of Everything“ nennt Gartner dieses Phänomen. Das Marktforschungsinstitut ist davon überzeugt, dass schon jetzt geeignete Strategien und Technologien entwickelt werden sollten, um Informationen aus den verschiedensten Datenquellen zusammenzuführen und entsprechend aufzubereiten. Nur so kann die Informationsflut sinnvoll entschlüsselt werden. Daten spielen, so Forrester, eine immer wichtigere Rolle bei Entscheidungen. „Systems of Insight“, also Datenanalyse-Software, mit der sich konkrete Handlungsableitungen generieren lassen, gewinnen langsam aber doch an Bedeutung. 

Konnektivität: Alles ist vernetzt

Längst sind nicht nur Smartphones und Tablets mobil mit dem Internet verbunden. Smart-Home-Lösungen, Wearables oder Connected Cars: Die Zahl der Geräte, über die wir miteinander kommunizieren, steigt stetig und schnell. Dieses Netz („Device Mesh“), an dem die unterschiedlichen Endgeräte hängen, muss laut Gartner von den Unternehmen stärker wahrgenommen werden. Dazu gehört auch die bessere Vernetzung und Kooperation der verschiedenen Endgeräte untereinander. Ein großes Problem sind die zahlreichen unterschiedlichen Ansätze der Hersteller: Bis 2018, schätzt Gartner, wird die Standardisierung eine der größten Herausforderungen bleiben. Im Internet der Dinge (IoT) sieht Forrester eher einen Datengenerator – Stichwort „Big Data“ –, der Informationen liefert, die entsprechend analysiert, sehr nützlich sind. 

Kundenbedürfnisse im Fokus

Eine Folge der steigenden Anzahl von untereinander vernetzten Geräten ist, dass die Nutzer/innen den Wechsel zwischen verschiedenen Endgeräten immer unaufdringlicher und fließender erleben. Bei der Umsetzung neuer Anwendungen muss diese Entwicklung laut Gartner künftig noch stärker beachtet werden. Die Sicht der Anwender/innen wird laut Forrester schon jetzt als wesentlich erkannt. Allerdings erfolgt der konzertierte Einsatz von verschiedenen Softwarelösungen bisher noch zu wenig ganzheitlich (End-to-end-Prinzip). Das wäre der nächste wichtige Schritt.

Intelligente Maschinen

Maschinelles Lernen ist die Fähigkeit künstlicher Systeme, aus diversen Fallbeispielen Wissen zu generieren, das sie auf künftige Situationen anwenden. Was bisher hauptsächlich unter menschlicher Anleitung funktionierte, sollen „intelligente“ Maschinen eigenständig durchführen. Auswirkungen hat das auf die Entwicklung von autonomen Autos oder virtuellen Assistenten, die individuelle Bedürfnisse besser erkennen. Technologie hilft also immer mehr, die Menschen zu entlasten, so Gartner. Ein Trend für die nächsten Jahre, wenn nicht überhaupt Jahrzehnte. 

IT der zwei Geschwindigkeiten

Forrester versteht darunter die duale Agenda des Tech-Managements: Unternehmen müssen sich einerseits auf neue Technologien wie Cloud Computing konzentrieren, andererseits dürfen sie die traditionelle IT und deren Ziele in Sachen Effizienz nicht vernachlässigen. Im Bereich Netzwerk, Server und Storage geht der Trend in Richtung cloud- und software-definierte Infrastruktur. Gartner nennt den gleichen Denkansatz „Bimodale IT“.

Software-Entwicklung

Bei der Softwareentwicklung ortet Gartner die Abkehr von monolithischen Systemen. Softwaresysteme sind künftig eher lose miteinander gekoppelt und dadurch leichter erweiter- und skalierbar. Anwendungsentwickler können so die Vorteile der Cloud besser in ihre Lösungen integrieren. 

Bedeutung für die Verwaltung

Dort wo Bürger/innen mit der Verwaltung interagieren, zeichnet sich ein transformatorischer Wandel ab: Die digitale Durchdringung und Vernetzung aller Lebensbereiche wird zu einer Änderung in der Kommunikation führen. Für das BRZ und seinen Kernmarkt, die öffentliche Verwaltung, sind einige dieser Trends von zentraler Bedeutung: 

  • Interoperabilität und die Wiederverwendung von Mikrofunktionen und -bausteinen in einer neuen Methodik der Softwareentwicklung gewinnen an Stellenwert.
  • Die wachsende Bedeutung im Sinne der IT als Ökosystem zeigt die Erfordernisse einer abgestimmten Kooperation des BRZ mit seinen Kunden und Partnern.
  • Eine wichtige Herausforderung der nächsten Jahre wird die Erhöhung der Interoperabilität mithilfe gemeinsamer Standards sowie die bessere Ausnutzung von IT-Ressourcen sein.

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