Über das BRZ

Die Bundesrechenzentrum GmbH ist der IT-Dienstleister und markt­führende E-Government-Partner der österreichischen Bundes­verwaltung.

23.10.2013 Verwaltung unterwegs

"Verwaltung unterwegs": Mag. Wolfgang Ebner (BMF), Mag. Johann Lasarus (BMASK), Dr. Martin Schneider (BMJ) und Dr. Werner Girth (KPMG) bei der Paneldiskussion

Die Nutzung von mobilen Endgeräten ist in Österreich besonders hoch. Innovative Mobility-Lösungen sind auch in der öffentlichen Verwaltung gefragt. Status quo und Zukunft mobiler E-Government-Lösungen waren Themen der BRZ-Fachveranstaltung "Verwaltung unterwegs. Wir machen E-Government mobil".

Weltweit gibt es heute rund fünf Milliarden Handybesitzer/innen. Auch in Österreich hat sich die Nutzung von Smartphones und Tablet-PCs in den letzten Jahren kontinuierlich gesteigert. Mit immer schnelleren Internetverbindungen und immer leistungsfähigeren mobilen Endgeräten ändert sich auch das Nutzungsverhalten. Zeit- und ortsunabhängiges Arbeiten gewinnt an Bedeutung. Die Wirtschaft und die öffentliche Verwaltung sind gefordert, dafür innovative Lösungen zu finden.

Strategien, Potenziale und Grenzen

Über Strategien, Potenziale und Grenzen von mobilen E-Government-Lösungen referierten und diskutierten Expertinnen und Experten aus Wirtschaft, Wissenschaft und Verwaltung bei der BRZ-Fachveranstaltung „Verwaltung unterwegs. Wir machen E-Government mobil.“ am 17. Oktober in Wien. Unter den Referenten herrschte Einigkeit, was das große Potenzial von mobilen Anwendungen im Bereich der Verwaltung betrifft. Mit Lösungen wie etwa der Zoll-App des Bundeministeriums für Finanzen ist man am richtigen Weg. Bei aller Euphorie für mobile Technologien darf allerdings nicht auf entsprechende Security-Maßnahmen vergessen werden. Datenschutz und Datensicherheit haben stets oberste Priorität.

Datensicherheit und Datenschutz im Fokus

BRZ-Geschäftsführer DI Roland Jabkowski bei seiner Begrüßungsrede BRZ-Geschäftsführer DI Roland Jabkowski bei seiner Begrüßungsrede

In seiner Begrüßungsrede betont BRZ-Geschäftsführer DI Roland Jabkowski, dass sich das BRZ seit Jahren mit dem Thema Mobile Computing beschäftigt. Innovation und Weiterentwicklung erfolgen zum ersten Mal nicht aus den Unternehmen heraus, sondern werden von außerhalb, von den Consumern getrieben. „Zentrales Thema bei Mobile Computing im geschäftlichen Umfeld ist ganz klar Datensicherheit und Datenschutz“, so Jabkowski.

Österreich das Smartphoneland

DI (FH) Harald Winkelhofer, Präsident der Mobile Marketing Association Austria (MMAA), präsentiert exklusiv erste Zahlen aus einer aktuellen, noch unveröffentlichten MMAA-Studie. Österreich kann mittlerweile als Smartphoneland bezeichnet werden und auch bei der App-Nutzung liegen die heimischen Nutzer/innen – selbst, wenn sie ein Firmenhandy besitzen – im Spitzenfeld. Der Trend „Bring Your Own Device“ (BYOD), also die Nutzung von privaten Smartphones oder Tablet-PCs im beruflichen Umfeld, ist auch in Österreich klar erkennbar. Dennoch verfügen die meisten Unternehmen über keine BYOD-Strategie. 

Daten als „Rohstoff“ für die Community

Ing. Roland Ledinger (BKA): „Die Verwaltung kommt zum Bürger, nicht umgekehrt.“ Ing. Roland Ledinger (BKA): „Die Verwaltung kommt zum Bürger, nicht umgekehrt.“

„‘Weg‘ von der Amtsstube zur mobilen Verwaltung“ nennt Ing. Roland Ledinger (Bundeskanzleramt) seinen Vortrag. Klar ist, so Ledinger, dass neue Devices nach anderen Lösungen verlangen; nach dem Motto: „Die Verwaltung kommt zum Bürger, nicht umgekehrt.“ Open Government Data ist dabei von großer Bedeutung. „Die Verwaltung stellt hochqualitative Daten zur Verfügung, aus diesem ‚Rohstoff‘ kann die Community Apps erstellen“, skizziert Ledinger das Prinzip. Dabei entstehen Mehrwert für die Öffentlichkeit und neue Chancen für die Wirtschaft.  

Balance zwischen Flexibilität und Sicherheit

„Als Full-Service-Provider der Verwaltung bildet das BRZ mit seinen Partnern das gesamt Spektrum der mobilen Welt ab“, betont DI Andreas Hejl (BRZ). „Wir sind in der Lage in nur wenigen Tagen einen Prototypen einer App zu erstellen, sorgen dann für die technische Umsetzung sowie den Betrieb.“ Die größte Herausforderung beim Betrieb mobiler Geräte sieht Hejl in der richtigen Balance zwischen Flexibilität und Sicherheit.

Security in Theorie und Praxis

DI Dr. Peter Teufl (A-SIT - Zentrum für sichere Informationstechnologien) referiert über die Rahmenbedingungen für Mobile Security. Technisch gibt es bereits Lösungen, die auch im Fall von BYOD die Sicherheit von Unternehmensdaten garantieren. Im Anschluss demonstriert Joe Pichlmayr (IKARUS Security Software) wie leicht mobile Endgeräte gehackt werden können. Pichlmayr zufolge sind die Betriebssysteme am iPhone bzw. am Blackberry weniger gefährdet als Android-Handys.

Mobile Devices haben Zukunft

Michael Engelbert, BA (BMF) über die Kontrolle von Glücksspielautomaten Michael Engelbert, BA (BMF) über die Kontrolle von Glücksspielautomaten

Michael Engelbert, BA (Bundeministerium für Finanzen) schildert, wie die Kontrolle von Glücksspielautomaten erfolgt. Zurzeit werden meist handschriftliche Protokolle später am Laptop erfasst. Engelbert stellt einen gemeinsam mit dem BRZ für einen Tablet-PC entwickelten Prototyp vor. Das Ergebnis einer durchgeführten Nutzenanalyse ist beeindruckend: Die Dauer eines Kontrollvorganges konnte bei Nutzung von Smart Devices um ganze 40 Prozent minimiert werden. „Vor allem bei der Vor- und Nachbereitung haben die Tablets sehr große Vorteile gegenüber der bisherigen Arbeitsweise“, erklärt Engelbert.  

Expertinnen und Experten am Podium

Dr. Werner Girth, DI Andreas Hejl, Mag. Ursula Fuchs und Ing. Johannes Mariel im Gespräch Dr. Werner Girth (KPMG), DI Andreas Hejl (BRZ), Mag. Ursula Fuchs (Uni Wien) und Ing. Johannes Mariel (BRZ) im Gespräch

Abschließend wird das Thema Mobility im Rahmen einer Podiumsdiskussion aus diversen Perspektiven betrachtet. Mag. Ursula Fuchs (Universität Wien) betont, dass für ihre Tätigkeit als Verantwortliche für den Bereich Social Media der mobile Zugriff auf Daten und die damit verbundene Flexibilität unabdingbar sei. Unternehmensberater Dr. Werner Girth (KPMG) konstatiert eine Beschleunigung vieler Arbeitsprozesse: „Vor allem bei internen Review-Tätigkeiten helfen uns Tablets enorm.“

Justizbereich profitiert von E-Government

Dr. Martin Schneider (Bundesministerium für Justiz) berichtet von Best Practices aus seinem Bereich. Der Einsatz mobiler Technologien hat etwa bei der Tätigkeit von Gerichtsvollziehern zu hohen Effizienzsteigerungen geführt. Für Mag. Johann Lasarus (Bundesministerium für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz) ist sein Ministerium zwar kein Vorreiter in Sachen Mobility, dennoch sei beim gezielten Einsatz mobiler Devices die höhere Motivation der Mitarbeiter/innen erkennbar. 

Vom E-Government zum M-Government

Der Begriff E-Government deckt laut Mag. Wolfgang Ebner (Bundesministerium für Finanzen) die vielfältigen Bedürfnisse mobiler Bürger/innen gar nicht mehr ausreichend ab. M-Government gehört die Zukunft. Man muss sich als Auftraggeber bzw. Entwickler in den Endnutzer hineinversetzen und entscheiden, welche Anwendungen auch mobil verfügbar sein sollten. Abschließend betont Ing. Johannes Mariel (BRZ), dass das BRZ in Sachen Mobility bestens gerüstet ist – auch wenn die Herausforderungen, insbesondere die Security betreffend, sehr groß sind.

Präsentationen der Vorträge zum Download

Veranstaltungen

weitere Veranstaltungen ...