Über das BRZ

Die Bundesrechenzentrum GmbH ist der IT-Dienstleister und markt­führende E-Government-Partner der österreichischen Bundes­verwaltung.

10.06.2014 ELGA kommt - und was danach?

Logo Elektronische Gesundheitsakte (ELGA)

Die elektronische Gesundheitsakte (ELGA) macht notwendige Daten für die medizinische Behandlung zeit- und ortsunabhängig. Das BRZ liefert dafür das technische Know-how. Doch was kommt nach ELGA? Genau das wurde unter dem Motto „E-Health jenseits von ELGA“ auf der ADV E-Health Konferenz diskutiert.

Der Einsatz elektronischer Medien im Rahmen der medizinischen Versorgung und anderer Gesundheitsdienstleistungen wird unter dem Begriff E-Health subsumiert. Die Aufgabe der elektronischen Gesundheitsakte (ELGA) ist es, bestehende Systeme des Gesundheitsbereiches zu verbinden, neue Komponenten zu etablieren und somit ein vernetztes Gesundheitswesen zu ermöglichen. Auftraggeber der ELGA GmbH sind Bund, Länder und der Hauptverband der Sozialversicherungsträger.

Mittels ELGA werden künftig Befunde und gesundheitsrelevante Dokumente gespeichert auf die Ärztinnen und Ärzte, andere Gesundheitsdiensteanbieter sowie Patientinnen und Patienten gleichermaßen Zugriff haben. Vollständige Krankengeschichten werden somit für das behandelnde Gesundheitspersonal bei vorhandener Freigabe ersichtlich. Doppelgleisigkeiten wie beispielsweise Mehrfachbefundungen sollen vermieden und dadurch die Kosten im Gesundheitssystem gesenkt werden. Die Einführung erfolgt schrittweise und wird zum Teil mit bestehenden Mechanismen aus dem E-Government-Umfeld umgesetzt. 

Zugriffsberechtigte haben via Computer Zugang zu ihren Gesundheitsdaten – beim Arzt, der Ärztin über die E-Card, im Internet ist es die Bürgerkarte bzw. die Handysignatur. Das Gesundheitsportal www.gesundheit.gv.at, das seit 2010 online ist, kann seit Anfang 2014 als Eingang in das ELGA-Bürgerportal genutzt werden.

Technische Umsetzung durch das BRZ

Das BRZ wurde vom Bundesministerium für Gesundheit mit der technischen Umsetzung und dem Betrieb des Gesundheitsportals beauftragt. Weiters ist das BRZ für die Komponente Gesundheitsdiensteanbieter-Index (GDA-I) zuständig und entwickelt sie ständig weiter. Durch dieses elektronische Register können alle Gesundheitsdiensteanbieter identifiziert und authentifiziert werden. Das BRZ wurde zudem per Gesetz für den zukünftigen Betrieb des ELGA Berechtigungssystems (BeS) nominiert.

Die ADV Konferenz

Bereits seit 2005 verfolgt die Arbeitsgemeinschaft Datenverarbeitung (ADV) mit dem Bundesministerium für Gesundheit (BMG) gemeinsam mit ihrer E-Health-Initiative das Ziel, IT im Gesundheitswesen zielgruppenadäquat, wirtschaftlich sinnvoll und standardisiert mitzugestalten. Die regelmäßig stattfindenden E-Health Konferenzen tragen zum Austausch zwischen allen wesentlichen Beteiligten in der Gesundheitswelt bei.

Nach dem starken öffentlichen Interesse seit der Einführung von ELGA Anfang des Jahres befasste sich die aktuelle Veranstaltung bereits mit dem Ausblick “jenseits von ELGA”. Aktuelle Geschäftsideen aus der Privatwirtschaft sowie kritisches Hinterfragen der Kosten/Nutzen-Faktoren der diversen Gesundheitsumwelten wurden in Vorträgen präsentiert. Die verschiedenen Standpunkte von Dienstleistungsanbietern, Bürger/innen und Patientinnen und Patienten sowie Versicherungen boten eine rege Diskussionsgrundlage zwischen allen Teilnehmer/innen in den drei Sessions im sogenannten World Café.

Diese Konferenz verdeutlichte, welche ergänzenden Initiativen wünschenswert und welche bereits in Vorbereitung sind, um das Potenzial von ELGA in Zukunft zu nutzen.

Weitere Informationen auf www.adv.at