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Die Bundesrechenzentrum GmbH ist der IT-Dienstleister und markt­führende E-Government-Partner der österreichischen Bundes­verwaltung.

10.11.2014 E-Rechnung: Fast ein Jahr im Einsatz Der 4. e-Rechnungs-Kongress von WKÖ und BMF

Quelle: istockphoto

E-Rechnungen sind schnell, effizient und sicher in der Erstellung, Übermittlung und Verarbeitung. Zudem kann damit in der Verwaltung Geld eingespart werden. Die zentrale Abwicklungsplattform für die e-Rechnung an den Bund ist das Unternehmensserviceportal, das vom BRZ betrieben wird. Eine Bilanz.

Seit Anfang 2014 werden von den Bundesdienststellen Papierrechnungen und Rechnungen, die per E-Mail oder im PDF-Format übermittelt werden, nicht mehr akzeptiert. Ausnahme bildet hier lediglich der Barzahlungsverkehr. Ab spätestens 2019 müssen laut EU-Vorgabe neben dem Bund auch Länder und Gemeinden, sowie alle dem Vergaberecht unterliegenden Institutionen in der Lage sein, strukturierte e-Rechnungen anzunehmen und weiter zu verarbeiten.

Der Status quo

War der e-Rechnungs-Kongress in den vergangenen Jahren noch von Ankündigungen und Vorschauen geprägt, kann aufgrund des ersten Betriebsjahres erstmalig eine Bilanz gezogen und ein Ausblick gegeben werden.

Dr. Herwig Höllinger, stv. Generalsekretär der Wirtschaftskammer Österreich, zeigt sich zufrieden mit den Verbesserungen der Rechnungsabwicklung - besonders in Bezug auf das vom BRZ betriebene e-Rechnungsservice, das ebenfalls für Verwaltungseinheiten außerhalb des Bundes nutzbar ist: "Manche Unternehmen nutzen mittlerweile auch die ebenfalls bestehende Möglichkeit, ihre e-Rechnung über Dienstleister ohne vorherige Registrierung am USP einzubringen.“ Überschaubare bzw. minimale Nebenkosten gehen damit einher.

Sektionschef Dr. Gerhard Popp, IT-Leiter im Finanzministerium, spricht von einer Erfolgsgeschichte: „Seit Jahresbeginn 2014 sind rund 600.000 e-Rechnungen von knapp 35.000 Vertragspartnern beim Bund eingelangt". Er lobte zudem den Arbeitseinsatz der Mitarbeiter/innen, die zur erfolgreichen Umsetzung des Verfahrens beigetragen haben und hob die Zeit-und Geldersparnis durch die e-Rechnung, von der zukünftig auch Länder und Gemeinden profitieren werden, hervor. Alleine der Bund schätzt die Einsparungen auf knapp sieben Millionen Euro jährlich. Diese Ersparnisse ergeben sich durch den Wegfall von Papier, Druck, Porto und die Weiterverarbeitung ohne Medienbrüche.

Künftige Entwicklungen

Bruno Koch, CEO von Billentis, gab einen Überblick über internationale Entwicklungen. Beispielsweise erreicht die e-Rechnung in Brasilien eine Marktdurchdringung von 90 Prozent und wird zudem verstärkt in Mexiko und Chile genutzt. In Europa hingegen führen die nordeuropäischen Länder. Für 2014 wird eine Marktdurchdringung von über 40 Prozent erwartet.

Stefan Engel-Flechsig, Leiter des Forums elektronische Rechnung Deutschland (FeRD), stellte die Entwicklungen in Deutschland vor. Er verwies auf eine Studie der Universität Frankfurt, die von einer gesamtheitlichen Kostenersparnis von 15 Euro pro Rechnung ausgeht -  FeRD hingegen sogar von einer Ersparnis von bis zu 28 Euro pro Eingangsrechnung und bis zu 10 Euro pro Ausgangsrechnung, mit einer Gesamtkosteneinsparung von 70 Prozent. Stichtag für die gesetzlich verpflichtende Umsetzung der e-Rechnung für die öffentliche Verwaltung in Deutschland ist der 27. Mai 2017.

Wünsche für die Zukunft

Während der Podiumsdiskussion standen neben dem Status quo der e-Rechnung in Österreich, die Implementierung der „e-Rechnung an den Bund“ und die künftige Entwicklung im Mittelpunkt. Außerdem wurde speziell auf die Ausweitung der strukturierten e-Rechnung auf Länder und Gemeinden eingegangen. Positive Erfahrungen standen kritischen Anmerkungen gegenüber.

Das Land Oberösterreich äußerte sich positiv über die Zusammenarbeit mit dem BRZ und hob die Effizienz der gemeinsamen Umsetzung hervor. Generell wird von Softwareherstellern noch mehr Einheitlichkeit auch über den Bund hinaus gefordert. Weiters wurde festgehalten, dass mit einer Vereinfachung der Anmelde- und Einbringungsprozesse die Akzeptanz der e-Rechnung gesteigert werden könnte. Zudem wurde der Wunsch nach einer Ausweitung der Services im Umfeld der e-Rechnung deponiert. 

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