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23.08.2016 E-Government gezielt ausbauen

Quelle: iStock Photo

Vitako, die deutsche Arbeitsgemeinschaft der kommunalen IT-Dienstleister, zeigt in einem Positionspapier ungenutzte Potenziale von E-Government auf.

Warum werden manche E-Government-Angebote auf Gemeindeebene in Deutschland nur zögerlich verwendet? Wo verstecken sich Potenziale, die nicht oder nur unzureichend genutzt werden?  Eine aktuelle deutsche Studie versucht darauf Antworten zu geben. Verschiedene Lösungsansätze runden das Positionspapier des IT-Dienstleisters Vitako ab.

Die Autoren der Studie sind davon ausgegangen, dass der rechtliche Rahmen zur Digitalisierung der Verwaltung noch mangelhaft sei. Um E-Government voranzutreiben, sind eventuell Gesetzesänderungen notwendig. Untersucht wurden exemplarisch zwölf besonders häufige Verwaltungsprozesse im Hinblick auf die rechtlichen Möglichkeiten einer medienbruchfreien Gestaltung.

Überraschendes Ergebnis

Das Ergebnis der Studie war überraschend. Alle untersuchten Prozesse lassen sich bereits nach geltendem Recht vollständig elektronisch abwickeln. Aber es gibt einen deutlichen Unterschied zwischen den rechtlichen Möglichkeiten und der gelebten Verwaltungspraxis.

Für E-Government werden oft Formulare verwendet, die selbst in elektronischer Form eine Unterschriftszeile vorsehen, selbst wenn das rechtlich nicht erforderlich ist. Ein weiteres Hindernis sind Nachweise, beispielsweise von anderen Behörden, die einem Antrag beizufügen sind. Das behindert eine gänzlich medienbruchfreie Bearbeitung.

Notwendige Veränderungen

Folgende notwendige Veränderungen, die eine Digitalisierung von Prozessen unterstützen, wurden identifiziert:    

  • Ein Verzicht auf Unterschriften oder eine Identitätsprüfung, wenn das rechtlich nicht vorgesehen ist
  • Die Verwendung elektronischer Formulare
  • Die Möglichkeit elektronisch bezahlen zu können
  • Eine Upload-Möglichkeit für erforderliche Nachweise
  • Die Beschaffung notwendiger Nachweise durch Austausch vorhandener Daten der Behörden untereinander

Erhebliches Einsparungspotenzial

Die Studienautoren kommen zum Schluss, dass jede dieser Maßnahmen zu erheblichen Kosteneinsparungen sowohl auf Seiten der Bürger/innen und der Unternehmen als auch bei der Verwaltung selbst beiträgt. Der Vergleich der erhobenen Ist-Kosten mit errechneten Kann-Kosten zeigt Werte zwischen 30 und mehr als 70 Prozent, die pro Prozess eingespart werden können.

 

Weblink

Vitako-Positionspapier "Sparen mit E-Government"

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