Über das BRZ

Die Bundesrechenzentrum GmbH ist der IT-Dienstleister und markt­führende E-Government-Partner der österreichischen Bundes­verwaltung.

23.09.2016 Digitale Transformation in der Praxis

Quelle: istockphoto

Von Ideen über konkrete Projekte bis hin zu Betrieb und Weiterentwicklung. Die letzte ADV-Tagung stand ganz im Zeichen von Big Data.

Big Data ist vom Buzzword zur Realität geworden. Das Sammeln, Speichern und Auswerten einer Unmenge an Daten bringt Erkenntnisse, die der öffentlichen Verwaltung zahlreiche Möglichkeiten bieten und die digitale Transformation vorantreiben. 

Künstliche Intelligenz als Antwort

Im Fokus des Impulsstatements von Peter Parycek, Leiter des Departments für E-Governance in Wirtschaft und Verwaltung an der Donau-Universität Krems, standen die Potenziale von Big Data. Eine Anwendungsmöglichkeit ist das Management von Bürger/innen-Anfragen.

So ließ etwa ein Universitätsprofessor in den USA für ein Studienjahr alle E-Mails durch ein datenbasiertes System künstlicher Intelligenz – einem sogenannten "Chat-Bot" – beantworten. Das Resultat: 90 Prozent seiner Studierenden waren überzeugt, dass er ihnen selbst antwortete. "In der öffentlichen Verwaltung könnten solche Systeme zahlreiche Hotlines ersetzen. Vielleicht sollten wir dabei auch ein wenig Wiener Schmäh einbauen", so Peter Parycek.

Schnittstelle Mensch

Ursula Rosenbichler, Leiterin der Abteilung für Wirkungscontrolling und Verwaltungsinnovation im Bundeskanzleramt, ging auf das Wirkungscontrolling in der Gesetzgebung ein. Die Evaluierung von Gesetzen soll nicht erst am Ende des Prozesses stehen. Big Data-Technologien ermöglichen zukünftig eine evidenzbasierte Entscheidungsfindung in allen Phasen der Gesetzgebung. Dabei betonte sie, dass in Zeiten der Digitalisierung der Mensch an der Schnittstelle zwischen Techniknutzung und Zukunftsgestaltung gefordert ist. Letztlich sind es nämlich Menschen, Organisationen oder auch Parteien und keine "Chat-Bots" die Schlüsse aus den Daten ziehen.

Effizienter Verwalten

Jakob Kiblböck von SAP bezog sich in seinem Vortrag auch auf das BRZ-White Paper Big Data und präsentierte einige der darin dargestellten Anwendungsmöglichkeiten. Ein praktisches Beispiel dazu: So nutzt etwa der State of Indiana Big Data-Technologien, um Risikofaktoren zur Säuglingssterblichkeit oder der Rückfälligkeit von Straftäterinnen und Straftätern zu identifizieren.  

Eine weitere Anwendung aus der Praxis: Die Antikorruptionsbehörde eines EU-Mitglieds setzt seit 2015 Big Data-Analysen ein, um in Beschaffungsprozessen der öffentlichen Verwaltung eventuelle Interessenskonflikte zu identifizieren. So wird eine potenzielle Befangenheit zwischen öffentlichen Auftraggeberinnen und Auftraggebern sowie Bieterinnen und Bietern schon im Vorfeld aufgezeigt.

Cloud-Technologien nutzen

Erich Albrechtowitz, Leiter IT-Personalmanagement und Big Data im Bundesministerium für Finanzen, berichtet, wie das Finanzministerium gemeinsam mit dem BRZ Big Data-Technologien nutzt - etwa mit einer Big Data-Plattform, die als Shared Service konzipiert ist. "Damit konnten wir in Performance-Tests eine Beschleunigung von bis zu 92 Prozent sowie Kosteneinsparungen erreichen", so Erich Albrechtowitz.

Das BRZ hat ein virtuelles Competence Center aufgebaut, in dem die technische Kompetenz aus verschiedenen Bereichen konzentriert ist. "Big Data heißt für uns aber auch, dass wir für die großen Datenmengen und Prozessorleistungen Cloud-Technologien nutzen werden. Wir arbeiten deshalb mit dem BRZ in Richtung Software Defined Data Center."

Big Data Specialists gesucht

Zurzeit haben wir folgende Stellen im Bereich Big Data und Predictive Analytics vakant:

BRZ-White Paper Big Data