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16.12.2015 Das Internet feiert 25. Geburtstag

Quelle: istockphoto

Als Geburtsstunde gilt der 10. August 1990. Mit der ersten permanenten Standleitung zwischen der Uni Wien und dem Genfer Kernforschungszentrum CERN – das bereits an das NSFnet der amerikanischen National Science Foundation angebunden war – wurde Österreich an das Internet angeschlossen.

„Man hatte natürlich auch schon vorher aus Österreich Zugriff aufs Internet, aber nur über Einwahlverbindungen. Dieses Datum bezeichnet den Tag, an dem erstmals eine fixe Standleitung vom Mainframe-Computer der Universität Wien an das internationale Internet errichtet worden ist“, so Dr. Peter Rastl, ehemaliger Leiter des Zentralen Informatikdienstes. Die Datenleistung war für damalige Verhältnisse rasant: 64 Kilobit pro Sekunde. Die üblichen Verbindungen zwischen Computern schafften maximal 300 Bit pro Sekunde. Zum Vergleich: Das Transatlantische Telefonkabel, das Europa mit den USA verbindet, schafft heute Übertragungsraten von 640 Gigabit pro Sekunde und selbst Privatkunden können in Österreich mit bis zu 250 Megabit pro Sekunde im Internet surfen.

Österreichisches Wissenschaftsnetz

Bereits in den 1980er-Jahren wurde das Austrian Academic Computer Network (ACOnet), das österreichische Wissenschaftsnetz, ins Leben gerufen. Ziel war die Schaffung einer geeigneten Kommunikationsinfrastruktur für den Wissenschafts- und Forschungsbereich, eine koordinierte Planung und die Anbindung an internationale Datennetzwerke. 1990 wurde damit begonnen Datenverbindungen zwischen den einzelnen österreichischen Universitätsstandorten aufzubauen. Nachdem die Uni Wien mit dem Internet verbunden war, konnten die anderen Hochschulen dank dieser Vorleistung relativ rasch angeschlossen werden. Peter Rastl: „In der Anfangszeit hat der akademische Bereich eine sehr große Rolle gespielt. Aus einem einfachen Grund: technisches Know-how gepaart mit hoher Innovationsfähigkeit.“

Uni Wien als Drehscheibe

Nach dem Fall des eisernen Vorhangs gab es Bestrebungen auch die östlichen Nachbarstaaten an das Internet anzuschließen. „Wir haben dabei mitgeholfen, die Universitäten in Prag, Bratislava, Budapest und Warschau an das Internet an der Universität Wien anzubinden“, erzählt Peter Rastl. „Das hat die Wirkung gehabt, dass Österreich die Datendrehscheibe in Richtung Osteuropa geworden ist.“ Österreich stellte gewissermaßen das Internet-Gateway nach Osten dar und hatte dadurch maßgeblichen Einfluss beim Aufbau und der Koordination der Wissenschaftsnetze in Mittel- und Osteuropa.

Infolge der zahlreichen osteuropäischen Staaten, die Leitungsverbindungen nach Wien unterhielten, wurde 1993 das Netz in Wien um einen Internetknoten erweitert, der vom EDV-Zentrum der Uni Wien betreut wurde. „Die Auswirkung dessen auf das österreichische Internet war bedeutend, denn plötzlich konnten sich kleine Firmen, die in Österreich als Provider tätig werden wollten, in Wien an das Internet anschließen und haben nicht eine teure Leitung nach Amsterdam oder Paris bezahlen müssen. Das hat in der Anfangszeit viele Start-ups in Österreich begünstigt“, erklärt Peter Rastl.

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