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14.04.2014 Big Data: Nutzen für die Verwaltung?

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Big Data-Analysen bringen Erkenntnisse über Zusammenhänge, machen verdeckte Muster sichtbar und ermöglichen eine neue Qualität von Trendvorhersagen. Ob Big Data auch der Verwaltung nutzt, war Thema beim Atos Business Talk im Bundesministerium für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz (BMASK). 

SC Ing. Mag. Andreas Thaller (BMASK) machte bei seiner Begrüßung auf die Chancen und Risiken von Big Data-Analysen aufmerksam. Big Data hat Potenzial und kann den Bürger/innen zahlreiche Vorteile bringen. Zuerst sind aber der Gesetzgeber und auch die EU gefordert, geeignete Rahmenbedingungen zu schaffen. Thallers Vision ist ein sicherer „Daten-Schengenraum“. 

Analysetechniken und ihr Nutzen waren Schwerpunkte des Impulsvortrags von Dr. Gerald Bader (Atos). Seine Kernbotschaft lautet, dass Daten als Asset betrachtet werden müssen. Entscheidend sei, dass Daten wertvoll sind. Nicht die Gegenwart, sondern die Zukunft steht im Fokus von Big Data-Analysen. Anwendungsgebiete für die Verwaltung ortet er bei der Steuerung von Verkehr, bei der Verbrechensprävention und beim effizienten Management von Kommunen und Städten.

Big Data ist bereits Realität

BRZ-Geschäftsführer DI Roland Jabkowski am Atos Business Talk "Ziel des BRZ ist die Verwaltung fit für Big Data zu machen", so BRZ-Geschäftsführer DI Roland Jabkowski Bild vergrößern

„Die Frage lautet nicht, ob wir bei Big Data mitmachen. Die Frage ist vielmehr, wie wir damit umgehen. Big Data ist bereits Realität“, stellt Keynote-Speaker BRZ-Geschäftsführer DI Roland Jabkowski gleich zu Beginn seiner Ausführungen klar. Er unterstreicht, dass der Staat bei Datenanalysen eine besondere Verantwortung trägt: Gerade im staatlichen Bereich sind Datensicherheit, Datenschutz und Transparenz weitaus wichtiger als die technischen Herausforderungen, die beim Thema Big Data immer noch immanent sind. 

International erprobt sind Big Data-Anwendungen im Bereich Verkehr, Gesundheit und Sicherheit. Praxisbeispiele aus Österreich sind etwa die elektronische Volkszählung, Projekte in den Bereichen Betrugsbekämpfung sowie Kommunikationsmanagement und Bürgerservice.

Die Chancen von Big Data 

Wo liegen die Chancen von Big Data? Eine aktuelle Studie zeigt, dass 45% der Unternehmen, die Analysen auf Big Data-Basis gezielt einsetzen, ihre Prozesskosten senken konnten. Auch in der Verwaltung sind damit Effizienzsteigerungen zu erwarten. Durch Big Data wird es möglich, Wirkungszusammenhänge von politischen Entscheidungen besser zu analysieren. Hier gibt es bereits IT-Lösungen, wie die Anwendung „Wirkungsorientierte Folgenabschätzung“. Damit werden die ökonomischen Auswirkungen von neuen Gesetzen eingeschätzt. Werkzeuge wie diese können mit Big Data-Technologien massiv weiter entwickelt werden. So wird die Modernisierung der Gesetzgebung unterstützt. 

Im Bereich Energie werden intelligente Zähler (Stichwort: „Smart Metering“) den Energieverbrauch effizienter machen und Big Data hilft auch Prognosen zum Arbeitsmarkt zu optimieren. „Ziel des BRZ und seinen Partnern aus der Wirtschaft ist es die Verwaltung, dort wo sie es noch nicht ist, fit für Big Data zu machen“, so Jabkowski abschließend. 

Hochkarätig besetzte Podiumsdiskussion

Bei der hochkarätig besetzten Podiumsdiskussion ortet Mag. Edeltraud Stiftinger Chancen für die Wirtschaft. Die Geschäftsführerin der Austria Wirtschaftsservice GmbH fordert allerdings, dass bei der Erhebung der Daten klar ist, was damit passieren soll. Für eine Vereinfachung bei der Datenerfassung spricht sich Dr. Henrietta Egerth (Geschäftsführerin der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft) aus. Oftmals kommt es dabei zu Redundanzen und das kostet wertvolle Arbeitszeit.

Praktische Beispiele liefern Dr. Hanns-Thomas Kopf, CEO CEE von Atos, und Mag. Thomas Reithofer (Wirtschaftskammer Österreich). Kopf berichtete von einem erfolgreichen Projekt im Verkehrsbereich, das mit der Uni Hagenberg umgesetzt wurde. Reithofer erhofft sich von Big Data eine Optimierung von Wirtschaftsprognosen. Die WKO arbeitet gerade daran, Krisen durch die Analyse internationaler Medien frühzeitig zu erkennen. Für Mag. Beate Mayer (Allgemeine Unfallversicherungsanstalt) sind Big Data-Analysen für die Statistik sehr wichtig. Sie räumt ein, dass es sich um einen sensiblen Bereich handelt. Der Missbrauch von Daten darf dabei aber im Vorfeld kein Totschlagargument sein.

DI Roland Jabkowski (BRZ) betont ein weiteres Mal, wie wichtig in diesem Zusammenhang Datenschutz und Datensicherheit sind. Das BRZ kooperiert im Bereich Sicherheit national und international mit anderen Sicherheitsorganisationen, um gemeinsam aus Fehlern zu lernen und gemeinsam Strategien zu entwickeln. 

Teilnehmer/innen der Podiumsdiskussion beim Atos Business Talk Am Podium diskutierten über Big Data: Mag. Thomas Reithofer (Strategie Wirtschaftskammer Österreich), Mag. Beate Mayer (Leiterin Statistik Allgemeine Unfallversicherungsanstalt), Dr. Hanns-Thomas Kopf LL.M. (CEO CEE, Atos), Mag. Edeltraud Stiftinger (Geschäftsführerin Austria Wirtschaftsservice GmbH), Gerald Gerstbauer MBA MLE (Senior Vice President PHT, Atos), Mag. Dr. Henrietta Egerth (Geschäftsführerin Ö. Forschungsförderungsgesellschaft GmbH), DI Roland Jabkowski MBA (Geschäftsführer BRZ) Bild vergrößern