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03.11.2016 Betrug, Datenmissbrauch und Erpressung

Quelle: iStock Photo

Der Cybercrime-Report 2015 des Bundeskriminalamts berichtet über aktuelle Kriminalitätphänomene. BRZ-Tipps für mehr Sicherheit.

Im Vorjahr wurden mehr als 10.000 Fälle von Cyber-Kriminalität angezeigt. Das ist ein Anstieg um elf Prozent. Gründe dafür sind laut Bundeskriminalamt u. a. die zunehmende Technisierung der Täter/innen sowie die Nutzung von Verschlüsselungs- und Anonymisierungstechniken. Die Aufklärungsquote betrug 41,5 Prozent.

Kampf gegen Ransomware

Die Zahl der "Cybercrime-Delikte im engeren Sinn" wie die Beschädigung von Daten, Hacking oder DDoS-Attacken sind um insgesamt 3,3 Prozent gesunken. Die Fälle von betrügerischem Datenmissbrauch vor allem durch Schad-Software nahmen allerdings um 60 Prozent zu. Ebenso wurde ein Anstieg von digitaler Erpressung mit Software, die Daten verschlüsselt, verzeichnet. Die Täter/innen verlangen für die Entschlüsselung Lösegeld, meist in Form des virtuellen Zahlungsmittels Bitcoin oder mittels Prepaid-Karten. Das Bundeskriminalamt hat darauf reagiert und eine eigene Sonderkommission eingerichtet.

Mit IT-Forensik Tätern auf der Spur

Die Zentralstelle zur Bekämpfung von Cyber-Kriminalität in Österreich ist das Cybercrime-Competence-Center (C4) im Bundeskriminalamt. 2015 wurden im Bereich IT-Beweissicherung über 136 Terabyte gesichert. Im Fachbereich "Mobile Forensik" konnten 1.200 mobile Geräte sowie die Fahrzeugelektronik von mehr als 100 Kraftfahrzeugen ausgewertet werden. Bei Suizidankündigungen im Internet oder anderen Notfällen kann der C4-Journaldienst die Einleitung von Maßnahmen, wie zum Beispiel Datensicherung, Handy und Navigationssystemauswertung, veranlassen.

Tipps für mehr Sicherheit

Johannes Mariel

"Das Gefährdungs- und Schädigungspotenzial durch Cybercrime steigt kontinuierlich und entwickelt sich sehr dynamisch", so Johannes Mariel, Chief Information Security Officer im BRZ, über den aktuellen Cybercrime-Report. "Zurzeit ist die Kombination unterschiedlicher Angriffsarten - z.B. technische Attacken ergänzt durch Social Engineering - sehr beliebt. Die User werden manipuliert und zur Herausgabe vertraulicher Daten verleitet. Im Cyberspace ist immer Vorsicht geboten!"

Wie können Sie sich schützen?  

  • Achten Sie darauf, dass die Software Ihrer Endgeräte (Smartphone, Tablet, PC) immer aktuell ist. Nutzen Sie Anti-Viren-Programme und stellen Sie automatische Updates ein, um diese stets auf dem letzten Stand zu halten.
  • Eine sichere Verschlüsselung von Web-Seiten wird in der Adresszeile des Browsers mit einem Schloss-Symbol angezeigt. Sollten sie Zweifel an der Richtigkeit haben, kann mit einem Klick auf das Schlosssymbol geprüft werden, ob das Zertifikat aktuell ist.
  • Bei Downloads aus dem Internet ist besondere Vorsicht geboten, häufig wird Schad-Software mitgeliefert. Beachten Sie Warnhinweise Ihres Browsers oder Ihres Anti-Viren-Programms und brechen sie im Zweifelsfall den Download ab.